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Startseite Rubrik: Meldung vom Tage aktualisiert 03.03.2005


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01.02.05

Berlin: Kassen kritisieren KV wegen Honorarkürzung für Fachärzte

ddp

Berlin (ddp-bln). Die Krankenkassen haben die Kassenärztliche Vereinigung Berlin (KV) wegen der drohenden Honorarkürzungen für Fachärzte kritisiert. Die ambulante fachärztliche Versorgung in Berlin dürfe nicht gefährdet werden, teilte die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassen und Krankenkassenverbände (ARGE) am Dienstag mit. Die Kassen forderten die KV Berlin auf, "angemessene, konzeptionelle Lösungswege aufzuzeigen", welche die bisherige Vergütung der Fachärzte berücksichtige.

Auch die Ersatzkassenverbände, der Verband der Angestelltenkrankenkassen (VdAK) und der Arbeiter-Ersatzkassen-Verband (AEV) betonten, die Beitragszahler dürften nicht für die Fehler der KV Berlin haften. Die KV habe das Honorar für die Ärzte falsch verteilt. Seit 2000 habe sie den Fachärzten zu Lasten der Psychotherapeuten zu viel Geld gegeben. Eine Forderung nach mehr Geld sei daher nicht die Lösung. Zudem hätte die KV Rücklagen bilden müssen.

Die KV Berlin sieht sich von den Krankenkassen hingegen grundsätzlich unterversorgt. Nach Ansicht der KV reicht weder das Geld für psychotherapeutische noch für fachärztliche Leistungen aus. So sei die Zahl der Psychotherapeuten um 70 Prozent auf 1600 und die Zahl der von den Kassen genehmigten Therapien ebenfalls um 50 Prozent gestiegen, sagte KV-Sprecherin Annette Kurth.

Ungeachtet der dadurch entstandenen zusätzlichen Kosten stellten die Krankenkassen der KV jährlich aber gleichbleibend 45 Millionen Euro zur Verfügung. Die KV habe daher bereits seit 2002 Rücklagen von über 20 Millionen Euro aus dem fachärztlichen Honorartopf entnommen und an die Psychotherapeuten gezahlt. Eine stärkere Umverteilung der Mittel sei nicht möglich, ohne dass die fachärztliche Versorgung darunter zu leiden habe.

Hintergrund für den Streit ist ein Urteil des Bundessozialgerichts (BSG), nach dem Psychotherapeuten rückwirkend ab dem Jahr 2000 Anspruch auf eine bessere Vergütung ihrer Leistungen haben. Weil die Krankenkassen in Berlin nach Angaben der KV das zusätzlich benötigte Geld verweigern, sollen die Mehrkosten in Millionenhöhe aus dem Honorartopf der Fachärzte finanziert werden. Um den dadurch absehbaren Zusammenbruch der fachärztlichen Versorgung zu verhindern, hat die KV Berlin das Landesschiedsamt angerufen. Eine Entscheidung steht noch aus.


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