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15:47 Uhr
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Von Christian Ponzel
Wiesbaden (ddp). Die Lebenshaltung in Deutschland hat sich im Januar im Vergleich zum Vormonat kaum spürbar verteuert. Die Verbraucherpreise stiegen nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 0,1 Prozent, nachdem sie im Dezember noch um 0,8 Prozent geklettert waren. Auf Jahressicht beschleunigte sich der Preisanstieg leicht auf 1,2 Prozent nach 1,1 Prozent im Vormonat, blieb aber unter den Prognosen der von vwd befragten Experten, die Inflationsraten von 0,2 und 1,3 Prozent erwartet hatten.
Es sei nicht auszuschließen, dass das Januar-Ergebnis revidiert werden müsse, da zum Zeitpunkt der Indexberechnung noch nicht alle Details der Umsetzung der Gesundheitsreform abschließend geklärt gewesen seien, erklärte die Statistik-Behörde am Donnerstag in Wiesbaden. Ohne Berücksichtigung der Ausgaben für die Gesundheitspflege hätten sich die Verbraucherpreise im Januar voraussichtlich um 0,6 Prozent erhöht. Dies sei vor allem auf einen deutlichen Rückgang der Mineralölpreise im Vorjahresvergleich zurückzuführen.
Detaillierte Ergebnisse will das Bundesamt Mitte Februar vorlegen. Die jetzt veröffentlichten Daten beruhen auf der Auswertung der Teuerungsraten aus sechs Bundesländern. Im gesamten vergangenen Jahr hatte sich die Lebenshaltung in Deutschland um 1,1 Prozent verteuert. Dies war die niedrigste Inflationsrate seit 1999. Der für europäische Zwecke berechnete Verbraucherpreisindex, der für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank maßgeblich ist, erhöhte sich im Januar nach Angaben der Statistiker um 0,1 Prozent gegenüber Dezember und um 1,3 Prozent gegenüber Januar 2003.
Nach Ansicht von Bankenvolkswirten ziehen die Preise in Deutschland trotz einer relativ starken Teuerungswirkung der Gesundheitsreform weiter nur moderat an. Bernd Weidensteiner von der DZ-Bank erklärte, "ohne die Effekte aus der Gesundheitsreform würde die Jahresteuerung wie im Dezember 1,1 Prozent betragen". Nach Einschätzung von Stephan Rieke von der ING BHF-Bank hat die Gesundheitsreform im Januar 0,5 bis 0,7 Prozentpunkte zur Jahresinflationsrate beigetragen.
Rieke gab aber auch zu bedenken, dass ein Preisrückgang bei Reisen die Effekte der Gesundheitsreform teilweise kompensiert habe. Die Gesundheitsrefrom habe allerdings durchaus "richtig Geld gekostet". Den Gesamteffekt bezifferte Rieke mit rund zehn Milliarden Euro.
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