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14:38 Uhr
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Von Helmut Stoltenberg
Hamburg (ddp). Nach den jüngsten Entscheidungen zur Gesundheitsreform werden die Auswirkungen auf die Entwicklung der Krankenversicherungsbeiträge von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) und Kassenvertretern unterschiedlich eingeschätzt. Während Schmidt eine Beitragssenkung auf 13,6 Prozent schon für die nahe Zukunft erwartet, äußerte sich der Chef der Barmer Ersatzkasse, Eckart Fiedler, am Wochenende deutlich skeptischer.
Indem künftig mehr Menschen als bisher als chronisch krank eingestuft und bei den Zuzahlungen entlastet werden, dürften weitere Beitragssatzsenkungen "geringer ausfallen", sagte Fiedler. Die neuen Regeln bei Fahrtkosten und Zuzahlungen brächten weniger Einsparungen als erwartet. Zugleich seien die Ausgaben für verordnete Arzneimittel im Dezember um 26 Prozent gestiegen.
Die Ministerin verwies hingegen darauf, dass 11 Millionen Versicherte seit Jahresbeginn einen geringeren Beitragssatz hätten und weitere 12 bis 13 Millionen zum 1. April. Der gemeinsame Bundesausschuss habe gute Regelungen für chronisch Kranke und für die Frage der Krankentransporte gefunden. "Jetzt kommt der eigentliche Härtetest für Kassen und Kassenärztliche Vereinigungen", fügte Schmidt unter Hinweis auf ein tüchtiges Kostenmanagement hinzu.
Auch der Gesundheitsökonom Karl Lauterbach geht weiter von einer durchschnittlichen Senkung der Beiträge auf "deutlich unter 14 Prozent aus". Was die Selbstverwaltung von Ärzten und Kassen bereits im Dezember zu den Chronikern beschlossen hatte, sei über den gesetzlich vorgegebenen Sparrahmen hinaus gegangen. Insofern entstehe mit der nun geänderten Regelung auch kein verringerter Spareffekt. "Der alte Vorschlag der Selbstverwaltung wäre sogar teurer gekommen, weil ein Chroniker zum Beispiel mehrfach im Krankenhaus liegen musste, um als Chroniker zu gelten", sagte Lauterbach.
Zustimmend äußerte sich Schmidt zu Kassenplänen, Patienten die Praxisgebühr ganz oder teilweise zu erlassen, sofern der Versicherte am so genannten Hausarztmodell teilnimmt. Nach einer Umfrage der "Bild am Sonntag" wollen immer mehr Krankenkassen diesen Weg beschreiten. Dabei verpflichtet sich der Versicherte, immer einen von der Kasse festgelegten Hausarzt aufzusuchen, bevor er zum Facharzt geht. Nach der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) kündigte jetzt auch die Techniker Krankenkasse an, ihren Versicherten ein solches Angebot zu machen, wie das Blatt berichtete.
Bei der AOK gibt es bereits regionale Angebote. "Das wird jetzt zügig ausgebaut", sagte der Sprecher des AOK-Bundesverbands, Udo Barske, der Zeitung. Einige der insgesamt 229 Betriebskrankenkassen wollen ebenfalls mitmachen. "Rund zehn Prozent unserer Kassen denken ernsthaft darüber nach, endgültige Entscheidungen sind aber noch nicht gefallen", betonte Florian Lanz vom BKK-Bundesverband. Auch Barmer Ersatzkasse und die Gmünder Ersatzkasse wollen das Hausarztmodell noch in diesem Jahr praktizieren. Schmidt begrüßte, "wenn die DAK als eine der ersten Kassen von den Möglichkeiten der Gesundheitsreform Gebrauch macht und ihren Versicherten Bonusprogramme anbietet, die zur Reduzierung der Zuzahlungen führen".
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