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14:21 Uhr
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Von Angelika Schimmel
Erfurt (ddp-lth). Die Praxisgebühr wird von Ärzten und Patienten in Mitteldeutschland überwiegend kritisch beurteilt. Nach Auskunft von Ärzteverbänden klagen die niedergelassenen Mediziner in allen drei Ländern über erhebliche Mehrarbeit in den Praxen und finanzielle Belastungen durch Einzug der Gebühr. Auch die Ausfertigung von Überweisungen nehme viel Arbeit in Anspruch und stehle den Hausärzten Zeit zur Beratung und Behandlung der Patienten. In den Thüringer Arztpraxen und bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) klingeln sich immer noch die Telefone heiß. "Uns erreichen Hunderte von Fragen über die nun gültige Verfahrensweise bei der Zahlung der Praxisgebühr in Notfällen", sagt KV-Chef Karl Gröschel.
Zudem hätten die Ärzte sehr viele Beschwerden von Leuten, zum Beispiel Sozialhilfeempfängern, die kein Geld für die Praxisgebühr haben. Die Fülle der Anrufe zeige zum einen die Unsicherheit bei den Patienten und zum anderen die verfehlten Verantwortlichkeiten, sagte Gröschel Schließlich dürfte nicht die Ärzteschaft, sondern die Politik die Ansprechstelle für Unklarheiten sein.
Allerdings sei bei den Patienten neben der Unsicherheit auch deutlich die Solidarität mit den Ärzten zu spüren. "Die Patienten sehen den Mehraufwand und das Bedauern der Mediziner über die Nachteile für die Patientenbetreuung". Die Praxisgebühr sei mit erheblichem Mehraufwand verbunden, die Praxen müssten sich ein Abrechnungssystem einrichten, Quittungen ausschreiben, Wechselgeld bereit halten, Geld sichern und dafür auch eine Registrierkasse kaufen. All dies sei aber eigentlich Aufgabe der Krankenkassen, sagte Gröschel. Der Mehraufwand an Arbeitszeit betrage pro Arzt mit eigener Praxis im Durchschnitt 40 bis 50 Arbeitsstunden im Quartal. In Thüringen habe es in den ersten Tagen des neuen Jahres bereits sechs Einbrüche in Praxen gegeben.
Die Kassenärzte in Sachsen treten dafür ein, dass nicht sie, sondern die Kassen die Gebühr einziehen. Mit einer Unterschriftenaktion suchen die Mediziner derzeit bei den Patienten nach Unterstützung für ihre Forderung. Nach einer ersten Hochrechnung in den Praxen hätten bereits mehr als 160 000 Patienten die Forderung der Ärzte unterstützt, sagte der stellvertretende KV-Chef Sachsens, Klaus Heckemann. "Wir erwarten, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen in anderen Bundesländern etwas ähnliches unternehmen", ergänzte er.
Die Ärzte in Sachsen-Anhalt sehen Klärungsbedarf in der Frage, ob sie säumige Zahler gerichtsfest mahnen können. Bislang würden Patienten, die nicht unmittelbar zahlten, mit einem entsprechenden Schein über diese Pflicht informiert, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung des Landes, Andreas Petri. Zudem gehe eine Meldung an die Kassenärztliche Vereinigung. Es sei jedoch rechtlich unklar, ob Ärzte überhaupt im Namen der Kassen mahnen können.
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