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22.11.04

NRW will grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung fördern

ddp

Düsseldorf (ddp-nrw). Die nordrhein-westfälische Landesregierung will verstärkt die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung fördern. NRW solle zu einer Modellregion für die Modernisierung des Gesundheitswesens werden, sagte Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD) am Montag zum Auftakt des ersten "European Health Care Congress" in Düsseldorf. Um dieses "ehrgeizige Ziel" zu erreichen, sei eine stärkere Zusammenarbeit und ein gegenseitiger Austausch zwischen den Staaten der Europäischen Union (EU) "absolut notwendig".

Die Landesregierung unterstützt nach Angaben von Gesundheitsministerin Birgit Fischer (SPD) insbesondere Ansätze, um die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung im Dreiländereck zwischen NRW, Belgien und den Niederlanden zu verbessern. Zwar sei es grundsätzlich möglich, die Leistungen von Ärzten, Kliniken oder Apotheken jenseits der Grenze in Anspruch zu nehmen. Allzu häufig werde dies aber durch umständliche Formalitäten oder komplizierte Abrechnungsverfahren erschwert. Hier müsse es patientenfreundlichere Lösungen geben.

Als positives Beispiel nannte Fischer das europaweit einzigartige Projekt einer grenzüberschreitenden Gesundheitskarte von AOK Rheinland und dem niederländischen Krankenversicherer CZ Groep. Mit dieser Krankenversicherungskarte, die mittlerweile 20 000 Personen besitzen, können Versicherte beider Kassen Arztpraxen und Kliniken im jeweils benachbarten Ausland aufsuchen. Zudem gebe es entlang der Grenze 22 gemeinsame Geschäftstellen. Solche Projekte ermöglichten es, die Ressourcen des Gesundheitswesens durch gemeinsame Planung besser zu nutzen.

Auf dem Kongress diskutieren Fachleute aus den EU-Mitgliedstaaten noch bis Mittwoch, wie die gesundheitliche Versorgung der Menschen in Europa weiter entwickelt werden kann. Mit mehr als einer Million Beschäftigten war die Gesundheitsbranche im vergangenen Jahr die größte Wirtschaftsbranche in NRW. Nach Expertenschätzungen sollen in den kommenden acht bis zehn Jahren weitere 200 000 Arbeitsplätze hinzu kommen.



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