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16.11.04

Kaiserschnitt - Die Legende von der sanften Geburt

ddp

Hamburg (ddp). Immer mehr Frauen entbinden auf Wunsch per Kaiserschnitt. Wie die Techniker Krankenkasse (TK) mitteilt, brachten im vergangenen Jahr 23,6 Prozent der dort versicherten Schwangeren ihr Kind auf diese Weise zur Welt. 1999 waren es noch 10,6 Prozent. Damit hat sich der Anteil mehr als verdoppelt.

Ein Kaiserschnitt bietet Vor- und Nachteile. Zu den Vorteilen zähle sicher, dass das Risiko für eine Schädigung des Beckenbodens und damit für Beeinträchtigungen wie Harninkontinenz und auch sexuelle Störungen bei nahezu Null liegt, sagt Maria Schwormstedt, Ärztin bei der TK.

Doch ist der Kaiserschnitt nach wie vor eine große Operation: Um das Kind zu entbinden, muss die Gebärmutter von außen durch den Bauch geöffnet werden, und die Operation dauert immerhin 60 Minuten. Als Risiken der OP selbst zählt die Medizinerin Blutungen und Nachblutungen, Infektionen der Wunde, der Bauchhöhle und der Gebärmutter, Verletzungen von Harnblase und Darm, ein höheres Thromboserisiko, Lungenembolie, Wundheilungsstörungen und Narben am Bauch auf.

Nachteilig ist laut Schwormstedt, dass jede Folgeschwangerschaft als Risikoschwangerschaft gilt - was gerade bei einem weiteren Kinderwunsch bedacht werden sollte. Auch wenn bei einer weiteren Schwangerschaft meist normal entbunden werden kann, steigt das Risiko für Komplikationen oder für eine Totgeburt. In seltenen Fällen kann das Austragen eines weiteren Kindes sogar unmöglich sein, beispielsweise wenn die Gebärmutter im Bereich der Eröffnung nicht richtig vernarbt und zu befürchten ist, dass sie durch das Wachsen des ungeborenen Kindes aufreißt.

"Die Gründe, sich für einen Kaiserschnitt zu entscheiden, müssen nicht unbedingt Gründe sein, die gegen eine natürliche Geburt sprechen", sagt die Medizinerin. Ängste und falsche Vorstellungen über eine natürliche Geburt spielten eine große Rolle bei der Entscheidung vieler Frauen für den Kaiserschnitt. Hier sei die Aufklärung, Beratung und Begleitung der Schwangeren durch den Frauenarzt und die Hebamme sehr wichtig.




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