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Koblenz (ddp-swe). Im Fall des verstorbenen krebskranken Dominik aus Steinebach (Kreis Altenkirchen) ist ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet worden. Am Dienstag wurde mit der Obduktion der Leiche des achtjährigen Jungens begonnen, teilte der Koblenzer Oberstaatsanwalt Jürgen Brauer auf Anfrage mit. Mit einem Ergebnis der Untersuchungen sei aber "frühestens in einigen Tagen, möglicherweise erst in einigen Wochen zu rechnen".
Der Fall Dominik hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt, nachdem die Eltern den im September 2002 an Krebs erkrankten Jungen eine Chemotherapie abgebrochen hatten und zu einem vorgesehenen Operationstermin nicht erschienen waren. Sie glaubten, in der sogenannten Zellvitalstoff-Therapie des in Fachkreisen umstrittenen Dr. Matthias Rath eine bessere Heilungschance zu finden.
Auf Betreiben der Uniklinik Münster, wo Dominik bis dahin behandelt worden war, entzog das Amtsgericht Betzdorf daraufhin im November 2003 den Eltern das medizinische Sorgerecht. Erst im April dieses Jahres gelang es ihnen mit einer Klage vor dem Oberlandesgericht Koblenz, die freie Behandlungswahl durchzusetzen.
Die Eltern präsentierten den Jungen damals der Öffentlichkeit als weitgehend gesund. Ab August soll sich der Gesundheitszustand Dominiks dann wieder dramatisch verschlechtert haben. Nach einem Klinikaufenthalt in Deutschland soll er im Ausland weiterbehandelt worden sein, wo er auch verstarb.
Nach Angaben Staatsanwaltschaft stehen bei dem Todesermittlungsverfahren Methoden alternativer Medizin allerdings nicht zur Diskussion. Die Ermittlungen richteten sich auch keinesfalls gegen die Eltern. Es handele sich um gesetzliche Routine. Dass die Ergebnisse der Obduktion erst so spät erwartet werden, liege daran, dass die Untersuchungen sich wesentlich schwieriger gestalteten, als beispielsweise bei einem Verbrechen mit einer sofort erkennbaren Schusswunde.
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