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08.11.04

Spezielle Nahrungsmittel für Kinder schaden mehr als sie nützen

ddp

München (ddp). Spezielle Kindernahrungsmittel sollen laut Werbung ein wichtiger Beitrag für die gesunde Ernährung sein. Experten halten die Produkte jedoch schlicht für überflüssig, wenn nicht gar schädlich, wie die Fachzeitschrift "Ärztliche Praxis" berichtet.

Den Angaben zufolge werden den so genannten Kindernahrungsmitteln häufig Stoffe zugesetzt, die nicht gerade bekömmlich sind. Diese künstlichen Aromen und Farbstoffe sollen die Nahrungsmittel für Kinder attraktiver machen. Das klappt auch hervorragend. Manche Kinder sind laut Gesundheitsmagazin geradezu süchtig nach den geschmacksverstärkten Snacks.

Wer glaubt, dass die Kids so wenigstens ausreichend mit den nötigen Vitaminen zu versorgen, der irrt. Vitamine sind zwar drin, aber die falschen. "Eine Langzeitstudie, die seit 1995 laufend den Speiseplan deutscher Kinder analysiert, kam zu dem Ergebnis, dass es - mit einer Ausnahme - keinen Nährstoff gibt, an dem es Kindern mangelt", erklärt Mathilde Kersting vom Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund.

Die Ausnahme ist Folsäure - bei Kindern wie bei Erwachsenen. Laut Kersting kann dieses Defizit jedoch wirkungsvoller durch den Verzehr "normaler" Lebensmittel wie Spinat, Salat, Weintrauben, Spargel, Hülsenfrüchte, Tomaten, Gurken oder Pflanzenkeime ausgeglichen werden.

Das größte Problem aber ist für die Ernährungswissenschaftler der hohe Zuckergehalt dieser Nahrungsmittel. Ihr ständiger Verzehr bedeutet eine enorme Kalorienzufuhr und führt zu Übergewicht bereits in jungen Jahren. Vor allem die süßen Getränke für Kinder stoßen den Wissenschaftlern sauer auf. "Kalorienreiche Getränke rechnet der Körper nicht in seine Energiebilanz ein - sie machen nicht satt", erläutert Hans-Georg Joost vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke.

Auch die angeblich nervenstärkenden oder leistungsverbessernden Eigenschaften der Zuckerbomben bezeichnet Diplom-Ökotrophologin Ines Drewe vom Deutschen Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik in Aachen als "Blödsinn". Trauben- und Fruchtzucker seien genau wie Haushaltszucker Dickmacher ohne Wert.



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