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Berlin (ddp-bln). Mit einer Gedenkstunde im Centrum Judaicum ist am Sonntag an die an die von den Nazis vertriebenen und ermordeten jüdischen Berliner Ärzte erinnert worden. Die Veranstaltung ist Teil eines Forschungsprojekts zur Aufarbeitung der Rolle der Mediziner während der NS-Gewaltherrschaft, das vor zwei Jahren von der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin (KV) ins Leben gerufen wurde. An der Gedenkstunde nahmen rund 300 Menschen teil, darunter Politiker, Ärzte und Historiker sowie Repräsentanten jüdischer Organisationen.
Unterstützt wurde das Gedenken von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, der Bundesärztekammer, dem Zentralrat der Juden in Deutschland, der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, dem Bundesverband Jüdischer Ärzte und Psychologen in Deutschland und dem Institut für Geschichte der Medizin.
Die Mehrzahl der Berliner Ärzte - rund 3000 - war KV-Angaben zufolge vor 1933 jüdischen Glaubens. 1938 waren nur noch 297 von ihnen tätig. Das Forschungsprojekt brachte bislang 1736 Biografien der zumeist emigrierten oder ermordeten jüdischen Ärzte ans Licht. Vier dieser Lebenswege jüdischer Arztfamilien wurden auf der Feier von dem Schauspieler Michael Wenninger vorgestellt. Diese Familien und ihre Schicksale stehen stellvertretend für alle jüdischen Ärzte, die zwischen 1939 und 1945 diskriminiert, verfolgt, vertrieben und getötet wurden.
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