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Berlin (ddp). Die Ursache für Unfruchtbarkeit muss nicht im Unterleib liegen. Wenn das Wunschkind ausbleibt, kann auch die Schilddrüse Schuld sein. Darauf weist das Forum Schilddrüse in Berlin hin. "Sowohl eine Überfunktion als auch eine Unterfunktion der Schilddrüse können die Empfängnis nachhaltig stören", erläutert Professor Gerhard Hintze aus Bad Oldesloe.
Nach Angaben des Mediziners werden betroffene Frauen seltener schwanger und können häufiger Fehlgeburten haben. Mit einer frühzeitigen Diagnose von Schilddrüsenstörungen erübrigten sich mitunter teure Verfahren zur Behandlung einer ungewollten Kinderlosigkeit, sagt Hintze.
Den Angaben zufolge stehen Schilddrüsen- und Sexualhormone wie das Östrogen miteinander in engem Zusammenhang und beeinflussen sich gegenseitig. Geraten die Schilddrüsenhormone aus dem Gleichgewicht, spielen auch die weiblichen Hormone verrückt.
Vor allem eine Unterfunktion (Hypothyreose) kann bewirken, dass das lang ersehnte Wunschkind ausbleibt. Auch eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) stört die Empfängnis, jedoch nicht ganz so häufig. Dafür wirkt sie sich eher auf den Schwangerschaftsverlauf aus, wenn sie unbehandelt bleibt: Fehl- und Frühgeburten oder Missbildungen des Kindes können auftreten.
Zudem kann die körpereigene Abwehr der Fruchtbarkeit einen Streich spielen. Laut Hintze bildet das Immunsystem bei etwa sechs bis zehn Prozent der Frauen Abwehrkörper gegen die eigene Schilddrüse.
Die meisten Frauen, die sich ein Kind wünschen, wissen aber gar nichts von ihrer Schilddrüsenstörung. Deshalb sollten sie vom Arzt unbedingt eine Blutuntersuchung machen lassen, bei der bestimmte Schilddrüsenhormone sowie Schilddrüsenantikörper gemessen werden, rät der Mediziner. Die Tests seien mit wenig Aufwand verbunden und könnten eine mögliche Ursache der Kinderlosigkeit schnell ans Tageslicht bringen. Aufwändige und teure gynäkologische Behandlungen könnten so unter Umständen erspart bleiben.
Weitere Informationen unter
http://www.forum-schilddruese.de
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