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Von ddp-Korrespondentin Angelika Rausch
Hamburg (ddp). Wenn im nächsten Jahr "Hartz IV" in Kraft ist, wird jeder Arbeitslose den Job annehmen müssen, den man ihm anbietet, so heißt es. Da kann es schon mal passieren, dass man vorübergehend als Ministerpräsident aushelfen muss - so jedenfalls geschieht es in der Fernsehkomödie "Der Job seines Lebens 2", den die ARD am Freitag zeigt. Wie in dem Vorgänger "Der Job seines Lebens" aus dem Jahr 2003 müssen Wolfgang Stumph, Katharina Thalbach und Katja Riemann wieder ein Leben in zwei verschiedenen Welten meistern. "Da lässt sich dann wieder beobachten, wie Macht auf Menschen wirkt, die eigentlich keine Macht haben", sagt Stumph.
Am liebsten würde Erwin Strunz (Stumph) sich nur um seine geliebte Süßkartoffel-Zucht kümmern. Mit kurzer Hose, Freizeithemd und Badelatschen verbringt der arbeitslose Werkzeugmacher seine Zeit im spießigen Schrebergarten. Mit in seiner Laube wohnt Ehefrau Erika (Thalbach), die sich in geblümter Kittelschürze rührend um ihren Gatten kümmert. Doch unvermittelt hat das Idyll ein Ende, denn Erwin bekommt einen Job angeboten, den er, da er von der Stütze lebt, nicht ablehnen kann: Drei Wochen vor der Wahl musste Ministerpräsident Uwe Achimsen (ebenfalls Stumph) mit Verdacht auf Herzinfarkt in die Klinik - und Achimsen sieht Erwin Strunz zum Verwechseln ähnlich.
Es liegt nahe, dass da Ehefrau Heide (Riemann) und Minister Feddersen (Götz Schubert) die Idee haben, Achimsens geheimen Doppelgänger Strunz zu reaktivieren. "Eine schöne Utopie, dass ein kleiner Mann mal die Chance bekommt, das Rad der Geschichte mitzudrehen", sagt Thalbach. "Das ist die alte Geschichte von Prinz und Bettelknabe." Und im Nadelstreifenanzug ist Erwin tatsächlich nicht von dem Vollblutpolitiker Achimsen zu unterscheiden. Auch seine absurden Äußerungen am Kabinettstisch machen die Ministerriege nicht stutzig, denn so was sind die Herren scheinbar auch von ihrem richtigen Chef gewohnt.
Zur kompletten Tarnung dieser neuen Identität gehört auch, dass Erwin seine Angetraute verlässt und fortan mit der mondänen, zickigen Politikergattin Heide auf traute Zweisamkeit macht. "Diese Heide schaut ganz neidisch auf das intakte Eheleben, das Erwin und Erika führen", sagt Stumph.
Wie schon in seiner ersten Mission nutzt der arbeitslose Erwin die Chance, in die Politik einzugreifen, und zwar im Sinne der kleinen Leute. Deren Interessen sieht Strunz von den Schreibtischtätern und Lobbyisten sowieso grob vernachlässigt. In einer Ansprache verblüfft der passionierte Schrebergärtner die Fraktion mit einem neuen Speiseplan, auf dem fortan Süßkartoffeln den Ton angeben. Als er auch noch im TV-Rededuell siegt und den Bau der ungeliebten Flughafen-Startbahn abbläst, liegt er in den Umfragen vorn. Nicht ganz so gut ergeht es derweil dem richtigen Ministerpräsidenten, der in Strunz' Rolle schlüpft und so im Krankenhaus die Behandlung eines Kassenpatienten über sich ergehen lassen muss.
"Dies ist kein Ost-West-Film, nur weil ich Sächsisch spreche", sagt Stumph. Die Geschichte könne genauso gut im Ruhrgebiet spielen, ist sich der Sachse sicher, denn auch dort unterscheide sich der Kleinbürger nicht von dem im Osten. "Ich spüre in meinen Filmen immer mehr, dass sich die Menschen in den 'gebrauchten Bundesländern' mit ihren Problemen wie Ich-AG, Gesundheitswesen und Wahlkampfgetöse genauso wiedererkennen."
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