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18.01.04
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Patient tot - DAK weist Zusammenhang mit Gesundheitsreform zurück
Hamburg/Hameln (ddp). Die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) hat jegliche Verbindung zwischen dem Tod eines Dialysepatienten in Hameln und der Gesundheitsreform zurückgewiesen. Die Kasse warf der "Bild am Sonntag" wegen eines entsprechenden Berichts vor, einen "abenteuerlichen Zusammenhang" konstruiert zu haben.
Der Mann hatte nach DAK-Angaben eine Dialysebehandlung mit der Begründung ausfallen lassen, er könne die Zuzahlung zu den Fahrkosten nicht aufbringen. Stattdessen habe er aus Protest gegen die Gesundheitsreform in der Hamelner Fußgängerzone gebettelt. Der Mann starb später. Ein DAK-Sprecher betonte am Sonntag in Hamburg, dass in diesem Falle das städtische Sozialamt verpflichtet gewesen wäre, für die Kosten aufzukommen. Die Krankenkasse sei weder der Meinung, dass der Tod des Mannes eine Folge der Gesundheitsreform sei, noch dass sich derartige Fälle täglich wiederholen könnten.
Nach den neuen Zuzahlungsregelungen muss jeder Patient bei Fahrten, die von der Kasse übernommen werden, zehn Prozent der Kosten zuzahlen, mindestens fünf und höchstens zehn Euro, wie der DAK-Sprecher erläuterte. Wer mehr als zwei Prozent seines Haushaltsbruttoeinkommens zahlt, wird von weiteren Zuzahlungen befreit. Chronisch Kranke müssen maximal ein Prozent ihres Haushaltsbruttoeinkommens aufbringen.
Nachstehend die DAK-Pressemitteilung vom 18.01.2004
DAK lässt sich nicht von "Bild am Sonntag" vor den Karren spannen
Tod eines DAK-Versicherten ist nicht Folge der Gesundheitsreform
Der Tod eines Dialysepatienten in Hameln ist keineswegs eine Folge der Gesundheitsreform und der neuen Zuzahlungsregelungen. DAK-Pressesprecher Jörg Bodanowitz dementiert die ihm von der "Bild am Sonntag" zugeschriebenen Aussagen und Bewertungen. Die DAK ist weder der Meinung, dass der Tod des Mannes eine Folge der Gesundheitsreform sei, noch dass sich derartige Fälle täglich wiederholen könnten. Auch die Aussage, es sei nur eine Frage der Zeit gewesen, dass sich ein solcher Fall ereigne, ist nicht in dem von der "Bild am Sonntag" dargestellten Sinne gefallen.
Die "Bild am Sonntag" instrumentalisiert die DAK im Zusammenhang mit diesem Todesfall, um Stimmung gegen die Bundesgesundheitsministerin zu machen. "Diese Art der Berichterstattung ist ein Skandal, nicht aber die Gesundheitspolitik der Bundesregierung, die die "Bild am Sonntag" zu kriminalisieren versucht," so DAK Pressesprecher Jörg Bodanowitz. Er erklärte, dass die Kasse presserechtliche Schritte gegen die "Bild am Sonntag" prüfen werde. Das Blatt hatte die Zitate nicht mit dem DAK-Pressesprecher abgestimmt.
Der verstorbene Patient hatte eine Dialysebehandlung mit der Begründung ausfallen lassen, er könne die Zuzahlung zu den Fahrkosten nicht aufbringen. Dies berichten verschiedene Zeitungen. Stattdessen bettelte er aus Protest gegen die Gesundheitsreform in der Hamelner Fußgängerzone. Das Sozialamt der Stadt Hameln wäre aber verpflichtet gewesen, für die Kosten aufzukommen. Diese Tatsache hat die "Bild am Sonntag" in ihrer Berichterstattung unterschlagen. Auch der behandelnde Arzt bestätigte gegenüber der Presse nicht, dass ein klarer Zusammenhang zwischen der ausgefallenen Dialysebehandlung und dem Tod des Mannes hergeleitet werden könne.
Nach den neuen Zuzahlungsregelungen muss jeder Patient bei Fahrten, die von der Kasse übernommen werden, zehn Prozent der Kosten zuzahlen, mindestens fünf und höchstens zehn Euro. Wer mehr als zwei Prozent seines Haushaltsbruttoeinkommens zahlt, wird von weiteren Zuzahlungen befreit. Chronisch Kranke müssen lediglich ein Prozent ihres Haushaltsbruttoeinkommens aufbringen. Das heißt, ein chronisch kranker Sozialhilfeempfänger zahlt im Jahr rund 35 Euro, alle anderen rund 70 Euro.
www.presse.dak.de >> Gesundheitspolitik
http://www.presse.dak.de/ps.nsf/sbll/774856F3560D0403C1256E1F0045685A
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