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Berlin (ddp). Dem deutschen Gesundheitssytem drohen angesichts der längeren Lebenserwartung drastische Kostenanstiege. Die durchschnittlichen Kosten je Person stiegen mit wachsendem Alter um so schneller, sagte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Johann Hahlen, am Dienstag bei der Vorstellung der Krankheitskostenrechnung 2002 in Berlin. Während 2002 für unter 15-Jährige im Schnitt 1000 Euro zur Bekämpfung von Krankheiten aufgewendet wurden, waren es für über 85-Jährige 12 430 Euro. Da sich die Zahl der Hochbetagten in den kommenden 50 Jahren auf knapp fünf Millionen verdreifachen werde, stehe das Gesundheitssystem vor großen Herausforderungen, betonte Hahlen.
Die Krankheitskosten pro Kopf der Bevölkerung betrugen im Jahr 2002 durchschnittlich 2710 Euro. Während der Wert bei den Männern bei 2240 Euro lag, entfielen auf Frauen 3160 Euro, da diese eine längere Lebenserwartung haben und zudem etwa wegen Schwangerschaften höhere Kosten verursachten.
Den größten Posten im Gesundheitswesen machten Erkrankungen des Kreislaufsystems aus, auf die 35,4 Milliarden Euro oder anteilig 15,8 Prozent der gesamten Krankheitskosten von 223,6 Milliarden Euro entfielen. Mit 13,9 Prozent der Kosten (31,1 Milliarden Euro) folgten an zweiter Stelle Krankheiten des Verdauungssystems, worunter jedoch auch Kosten für Zahnärze und Zahnersatz (18,6 Milliarden Euro) gezählt werden. An dritter Stelle liegen Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes, auf die 25,2 Milliarden Euro oder 11,3 Prozent der Kosten entfielen. Der Schwerpunkt lag hier bei Rückenleiden und Arthrosen.
Während bei Kindern und Jugendlichen Erkrankungen des Atmungssystems sowie psychische und Verhaltensstörungen den Großteil der Kosten ausmachen, sind es bei der Altersklasse von 15 bis 65 Jahren zahnärztliche Leistungen. Bei älteren Menschen waren die Kosten für Kreislauferkrankungen am höchsten.
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