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11.11.03
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Zum Umsteuern der Pflege-Finanzierung (Rheinische Post, Düsseldorf)
«Gerade mal acht Jahre alt ist die Pflegeversicherung, und doch ist ihr Ende schon in Sicht wenn sie nicht auf kräftigere Beine gestellt wird. Immer mehr Ältere bedeuten auch: immer mehr Pflegebedarf. Immer weniger Kinder bedeuten auch: immer weniger Beitragszahler. Liefe das System so weiter wie bisher, müssten die Beiträge in absehbarer Zeit von jetzt 1,7 auf 6 Prozent des Lohns und Gehalts steigen. Wieder eine Verteuerung der Arbeit, die jedem beschäftigungsschaffendem Aufschwung die Flügel abschlüge. Deshalb ist der auf breitesten Expertenschultern ruhende Vorschlag vernünftig, den Kollaps der Pflegeversicherung durch eine zusätzliche kapitalbildende Eigenvorsorge zu verhindern. Nach Riester-Rente Riester-Pflege. Aber halten wir uns zugleich vor Augen, dass das Altern der Gesellschaft zur Begründung der Pflegeprobleme nur zur Hälfte herhalten kann. Pflege war früher auch deshalb nur ein Randthema, weil die Versorgung von schwach gewordenen Familienmitgliedern zu den selbstverständlichen Pflichten von Verwandten, Nachbarschaften und dörflichen Gemeinschaften gehörte. Wo es zu schwierig wurde, halfen Ordensschwestern. Unsere Gesellschaft hat sich entschieden, das individuelle Wohlergehen an erster Stelle persönlicher Entfaltung zu sehen, die Gebrechlichkeit des Anderen dagegen als Angelegenheit eines anonymen Versorgungssystems. Beim Umsteuern der Pflege-Finanzierung ist die Politik in der Pflicht. In dem vielleicht noch wesentlicheren Punkt des künftigen Miteinanders sind wir alle gefragt.»
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ddp
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