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17.06.2008



Übersicht "Meldung vom Tage" (JUNI 2008)



13.06.

NRW-Jobprogramm für Behinderte

ddp


Regierung will 1000 neue Arbeitsplätze in Integrationsunternehmen
für behinderte Menschen schaffen

Von Martin Teigeler

Düsseldorf (ddp-nrw). Die Landesregierung will 1000 neue Arbeitsplätze in sogenannten Integrationsunternehmen für behinderte Menschen schaffen. "Jede Integrationspolitik für Menschen mit Behinderung ist gescheitert, wenn diese Menschen keinen Zugang zur Arbeitswelt haben", sagte Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Freitag in Düsseldorf bei der Präsentation des neuen Landesprogramms "Integration unternehmen". Für das Programm stellt das Land zehn Millionen Euro zur Verfügung. Unterstützt wird der Minister von den beiden Landschaftsverbänden in Westfalen (LWL) und im Rheinland (LVR), die sich gemeinsam ebenfalls mit zehn Millionen Euro beteiligen.

"Die Landschaftsverbände wollen Menschen, die den Sprung von einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt wagen wollen, aktiv dabei unterstützen", sagte LVR-Direktor Harry Voigtsberger. Allein könnten die Landschaftsverbände dies trotz zahlreicher Förderprogramme nicht schaffen. Wichtigste Voraussetzung seien "Menschen mit Unternehmergeist". Geschäftsinhaber sollten wirtschaftlichen Erfolg und soziales Engagement miteinander verbinden.

Nach Angaben der Landesregierung gibt es in Nordrhein-Westfalen bereits knapp 100 Integrationsunternehmen mit etwa 2500 Arbeitsplätzen, davon rund 1300 für Menschen mit Behinderung. Die Firmen sind am Markt aktiv und erwirtschaften Profite.

Die Arbeitsbedingungen in den Integrationsunternehmen entsprechen laut Landesregierung "den spezifischen Bedürfnissen der beschäftigten behinderten Menschen". Die Bezahlung entspreche den üblichen Tariflöhnen. Auf diese Weise und unter diesen geschützten Bedingungen sollen die behinderten gemeinsam mit den nicht behinderten Mitarbeitern "ihren Beitrag zur Wirtschaftlichkeit des Unternehmens leisten können", hieß es.

Vor allem Jobs für "schwerbehinderte Menschen mit geistiger oder seelischer Behinderung oder mit einer schweren Körper-, Sinnes- oder Mehrfachbehinderung, die sich im Arbeitsleben besonders nachteilig auswirkt", werden mit dem Programm über staatliche Lohnkostenzuschüsse gefördert. Finanziert wird dies teils durch Abgaben von Firmen, die keine Behinderten beschäftigen.

In NRW gibt es neben den Integrationsfirmen zudem 103 Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Dort arbeiten nach Angaben der Landschaftsverbände derzeit rund 64 000 Menschen. Neben der Anerkennung durch einen regulären Job ist der Wechsel in den ersten Arbeitsmarkt für behinderte Menschen auch lukrativer. In den Werkstätten liegt der monatliche Durchschnittslohn bei 165 Euro.




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