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Essen (ddp-nrw). Mit einer Werbeoffensive um Patienten aus dem Ausland will die nordrhein-westfälische Krankenhausgesellschaft (KGNW) einem weiteren Kliniksterben entgegenwirken. "Wir verkaufen Mercedes und Audi im Ausland, weshalb nicht auch unsere Krankenhausleistungen", sagte KGNW-Geschäftsführer Richard Zimmer der in Essen erscheinenden "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ, Mittwochausgabe). NRW biete Spitzenmedizin zu im internationalen Vergleich niedrigen Preisen. "In England warten die Menschen Monate auf eine OP, da können sie doch besser zu uns kommen", sagte Zimmer. Er sieht gute Chancen für die NRW-Kliniken, im grenzüberschreitenden Wettbewerb um Patienten mitzubieten.
Die WAZ zitierte aus einer Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), wonach jedes Dritte der 413 Krankenhäuser in NRW von Insolvenz bedroht ist. Jedes Zehnte werde bis 2020 schließen müssen. "Das Ruhrgebiet wird es noch härter treffen", kündigte RWI-Gesundheitsexperte Boris Augurzky an. Hier sei die Krankenhausdichte besonders hoch.
Kranke aus dem Ausland zu gewinnen, würde auch die Landesregierung unterstützen, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums gegenüber der Zeitung. Das dürfe aber nicht dazu führen, dass die Menschen aus NRW benachteiligt würden. Ferner müssten Patienten aus dem Ausland einen Aufschlag bezahlen, weil Kliniken aus Steuereinnahmen mitfinanziert würden.
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