|
|
Dresden (ddp). Rentenexperte Meinhard Miegel warnt in der Rentendebatte vor künftigen Generationenkonflikten. "Wir sind auf dem Weg in eine Altenrepublik", sagte der Chef des Bonner Institutes für Wirtschaft und Gesellschaft der in Dresden erscheinenden "Sächsischen Zeitung" (Mittwochausgabe) laut Vorabbericht. Heute sei annähernd jeder zweite Wähler entweder über 60 oder stehe diesem Alter so nahe, dass seine Interessen in Richtung Altersabsicherung gingen.
Das werde sich in den kommenden Jahren noch verschärfen, sagte Miegel. Schon heute belaste der alte Bevölkerungsteil die Jungen stärker, als dies früher der Fall war. "Die heute Alten haben während ihrer Erwerbsphase erheblich weniger für die damals Alten aufbringen müssen als die heute Jungen für sie jetzt", sagte Miegel.
Er räumte ein, die Rentner hätten in den zurückliegenden Jahren annähernd ein Zehntel ihrer Kaufkraft eingebüßt. Das sei allerdings politisch so gewollt. "Nur auf diese Weise bleibt das Rentensystem in den nächsten 30 Jahren halbwegs finanzierbar", sagte Miegel. Der Bevölkerung müsse offen und ehrlich gesagt werden, dass die gegenwärtige Rentenhöhe künftig nicht mehr möglich sei. Die eigentlichen Einschnitte stünden erst noch bevor. "Nach bereits geltendem Recht soll das Rentenniveau bis 2035 um etwa ein Fünftel gesenkt werden", sagte Miegel.
|
|