Nachrichten aus Psychiatrie und Selbsthilfe

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07.04.2008



Übersicht "Meldung vom Tage" (April 2008)



02.04.

Rostocker Medizinstudenten treffen Angehörige

naps


(naps). Am vergangenen Dienstag waren 25 Studenten einer Seminargruppe des Instituts für Medizinische Psychologie der Medizinischen Fakultät Rostock in der Selbsthilfegruppe der Angehörigen und Freunde psychisch Kranker zu Gast in der Reuterpassage. In dem Austausch wurde deutlich, dass von einer psychischen Erkrankung die ganze Familie betroffen ist. Sie, aber auch Partner und Freunde sind besorgt, und sie stehen alle - wie auch der Betroffene - zunächst vor einer unbekannten Situation. Bei dem Treffen ging es um hilfreiche Antworten und Informationen, aber auch um die Fähigkeit, für sich selbst Sorge zu tragen. Fest steht, Erfahrungen anderer Angehöriger entlasten und zeigen, wie man mit psychisch Kranken leben kann.

Dr. Britta Müller Seminargruppe des Instituts für Medizinische Psychologie

Dr. Britta Müller, Leiterin der Seminargruppe, verwies darauf, dass die anwesenden Studenten im 2. Studienjahr "noch keinen klinischen Blick" haben. "Sie können sich heute unbefangen mit der Problematik der Angehörigen beschäftigen."

"Ich habe begriffen", sagte ein Vater in der Diskussion, "dass ich das Anderssein meines psychisch kranken Sohnes respektieren muss." Die Mutter eines Kranken schilderte, dass die Diskriminierung psychisch Kranker häufig deren Behandlung behindert. Gerade das Stigma habe Konsequenzen: "Ich muss mir genau überlegen, wem ich was erzähle und wem lieber nicht. Selbst langjährige Freunde besuchen uns nicht mehr. Jetzt habe ich andere, verständnisvollere." Eine weitere Teilnehmerin sagte: "Ich spüre auch das Unbehagen meines Arbeitgebers, wenn ich mal einen Urlaubstag benötige, um meiner Tochter in einer schweren Krise zu helfen." Natürlich sollten die Angehörigen und Freunde auch für sich selbst Sorge tragen, hieß es in der Runde. Nicht selten stoßen sie an die Grenzen der eigenen körperlichen und psychischen Belastbarkeit oder überfordern sich selbst. Auch ein wenig mehr an sich zu denken - ohne egoistisch zu sein - sei wichtig.

Beide Seiten zeigten sich beeindruckt von diesem Treffen. Weitere sollen folgen.

Text/Foto: Roland Hartig




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