Nachrichten aus Psychiatrie und Selbsthilfe

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05.11.2007



Übersicht "Meldung vom Tage" (November 2007)



01.11.
Wie Angehörige und Pflegekräfte im Altenheim zum Team werden
ddp


Bielefeld (ddp). Es nützt dem Bewohner eines Altenheims, wenn seine Angehörigen und die Pflegekräfte an einem Strang ziehen. Die Kooperation der Beteiligten kann aber auch zu Konflikten führen. "Die Dreiecksbeziehung ist häufig durch Missverständnisse und Vorwürfe getrübt", sagt Bianca Radtke-Röwekamp, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bielefeld. Ein gutes Team könne hingegen entstehen, wenn man offen und wertschätzend miteinander umgehe.

"Das Aufnahmegespräch ist eine gute Möglichkeit, die Weichen zu stellen", sagt Radtke-Röwekamp. Angehörige könnten sich dabei zum Beispiel nach den Erwartungen der Heimleitung erkundigen. Denn in vielen Einrichtungen wird nicht offen ausgesprochen, welche Handreichungen Familienangehörige erledigen sollen. Dies kann zum Beispiel die Begleitung bei Arztbesuchen sein oder das Waschen von empfindlichen Kleidungsstücken.

Auch nach den im Heim üblichen Möglichkeiten der Mitarbeit von Angehörigen sollte man fragen. Darf man beispielsweise die Weihnachtsfeier mitgestalten oder den Geburtstag des Familienmitglieds dort ausrichten? Kann man sich in den Heimbeirat wählen lassen? Werden Angehörige gar an der Pflegeplanung beteiligt?

Jeder Angehörige muss sich überlegen, wie stark er sich engagieren will. Gerade Familienmitglieder, die sich vorher selbst um ihren Vater oder ihre Mutter gekümmert haben, schwanken zwischen weiterpflegen und loslassen. Manche möchten mehrfach täglich kommen, das Essen reichen oder sich um die Körperhygiene des Angehörigen kümmern. "Das sollte man unbedingt mit den professionellen Kräften besprechen", sagt die Diplom-Pädagogin.

Viele Betreuer beklagen sich, dass sie von einigen Angehörigen nur Vorwürfe zu hören bekommen. "Dabei geht es meist nicht um schwerwiegende Pflegefehler, sondern um Äußerlichkeiten", berichtet Radtke-Röwekamp. Es komme immer darauf an, wie man dem anderen etwas mitteilt. Ein Satz wie "Meine Mutter ist schon wieder nicht gekämmt" greife die Pflegekraft direkt an. Besser sei eine wertschätzende Formulierung: "Ich habe gesehen, dass meine Mutter nicht gekämmt ist. Vielleicht haben sie das nicht geschafft. Soll ich das machen?"


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