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Startseite Rubrik: Meldung vom Tage aktualisiert 05.05.2004


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02.04.2004

Beruhigungsmittelmissbrauch: Verbände warnen vor Panikmache

ddp

Hannover (ddp-nrd). In der Affäre um den Beruhigungsmittelmissbrauch in niedersächsischen Altenheimen warnen die Trägerverbände vor Panikmache. Es sei «wahrhaft skandalös», wenn der Eindruck erweckt werde, in Niedersachsens Altenheimen herrsche in der Pflege grundsätzlich schlechte Qualität, sagte Stephan von Kroge vom Verband Deutsche Alten- und Behindertenhilfe e.V. am Freitag in Hannover. Er verwies darauf, dass von landesweit 12 300 Altenheimen lediglich zehn im Verdacht stünden, illegal Beruhigungsmittel an geistig verwirrte Senioren verabreicht zu haben. Zwar sei selbst ein einzelner Fall schon zu viel. Daraus jedoch abzuleiten, in allen Einrichtungen herrschten schlimme Zustände, sei überzogen.

Als Beleg für die seiner Einschätzung nach gute Pflegequalität in den Altenheimen führte Kroge einen Bericht des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) Niedersachsen an. Darin werde bescheinigt, dass «in rund 92 Prozent aller geprüften Einrichtungen eine aktivierende Pflege» umgesetzt werde. Auch im Umgang mit dem Dekubitusrisiko bei Bettlägerigen hätten 72 Prozent der Altenheime fachgerecht gehandelt. Bei 1305 geprüften Einrichtungen habe nicht ein einziger Fall von Freiheitsentzug für Heimbewohner vorgelegen.

Der Direktor des Landes-Caritasverbandes, Hans-Jürgen Marcus, beklagte, dass «wieder mal einzelne schwarze Schafe» die gesamten Altenpflegeheime in Niedersachsen in Verruf brächten. Die AOK solle vielmehr auf die «gute Arbeit» von «99 Prozent der Einrichtungen» hinweisen, anstatt der Öffentlichkeit einen Pflegeskandal zu suggerieren, sagte Marcus.

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass in zehn Altenpflegeheimen altersverwirrte Heimbewohner ohne ihr Wissen und ohne ärztliche Anweisung mit zum Teil hochwirksamen Medikamenten ruhig gestellt wurden. Die Beruhigungsmittel sollen zum Teil von verstorbenen Heimbewohnern stammen und nicht wie vorgeschrieben entsorgt worden sein.


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