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Berlin (ddp). Nach der Entschlüsselung des Genoms des Menschen und der Maus hat ein internationales Wissenschaftlerkonsortium jetzt auch das Genom der Laborratte nahezu vollständig entziffert. Wie das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) mitteilt, waren an dem Projekt unter Federführung des Baylor College of Medicine in Houston/Texas (USA) über 20 Forschergruppen aus sechs Ländern beteiligt. Neben dem MDC nahmen aus Deutschland auch Forscher des Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik (Berlin), des European Molecular Biology Laboratory (Heidelberg) und der Firma MWG-Biotech (Ebersberg bei München) teil.
Die Ratte gilt als unentbehrlich für die medizinische Grundlagenforschung und Medikamentenentwicklung. Die Wissenschaftler fanden unter anderem heraus, dass das Rattengenom aus ungefähr 25 000 Genen besteht. Damit hat die Ratte fast ebenso viele Gene wie der Mensch. Allerdings hat das Rattengenom mit 2,75 Milliarden weniger Genbausteine als der Mensch mit rund drei Milliarden.
Weiter stellten die Forscher fest, dass nahezu alle Gene des Menschen, die bei der Entstehung von Krankheiten eine Rolle spielen, ihre Entsprechung bei der Ratte haben. Und es wurden Variationen im Genom der Ratte gefunden, die unter Umständen Hinweise darauf geben können, ob eine besondere Disposition für eine bestimmte Krankheit vorliegt.
«Mit den Ergebnissen können wir noch präziser als bisher nach den Ursachen für die Entstehung von Krankheiten wie Diabetes, Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen suchen und möglicherweise Ansatzpunkte für Therapien finden», erläutert Professor Norbert Hübner vom MDC die Bedeutung des Projekts.
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