|
|
Mainz (ddp-swe). Zu Frühjahrsbeginn warnt das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium vor Krankheitsgefahren durch Zeckenbisse. Mit dem Beginn der ersten warmen Tage im April würden die Spinnentiere wieder aktiv, sagte der Seuchenreferent im Ministerium, Herbert Bußmann, der Nachrichtenagentur ddp in Mainz. Die Gefahr, an einer von Zecken übertragenen Hirnhautentzündung - der so genannte Frühsommer-Meningo-Encephalitis (FSME) - zu erkranken, sei in Rheinland-Pfalz aber eher gering. Die Gefahr der bakteriellen Borreliose bestehe hingegen in ganz Deutschland und werde häufig unterschätzt. Auch könne man sich dagegen nicht wie im Fall der Meningitis impfen lassen.
Anzeichen für eine Borreliose seien kreisförmige Hautrötungen um den Zeckenbiss herum, die sich ausbreiteten. In diesem Fall sollten Betroffene dringend einen Arzt aufsuchen, riet Bußmann. Bei einer rechtzeitigen Diagnose könne Borreliose erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden. Viele Patienten erkennen nach Angaben des Experten das erste Stadium aber nicht. Nach einer Inkubationszeit sei in einem zweiten Stadium der ganze Körper von einer leichten Rötung überzogen. Im dritten Stadium befalle die Borreliose auch innere Organe und könne sogar tödlich enden.
Von Zeckenbissen gefährdet seien besonders Waldarbeiter, sagte Bußmann. Aber auch in Stadtparks und an Kinderspielplätzen bestehe eine Infektionsgefahr. Der Seuchenexperte riet daher, im Sommer nach jedem Aufenthalt in der Natur den ganzen Körper nach Zecken abzusuchen und auf die Bildung von Hautrötungen zu achten.
Interessierte können bei der Landeszentrale für Gesundheitsförderung unter der Telefonnummer 06131-20690 die kostenlose Broschüre «Zecken lauern überall» mit weiteren Informationen anfordern.
Was tun bei Zeckenbissen?
Mainz (ddp-swe). Eine vollkommene Sicherheit gegen Zeckenbissen gibt es nicht. Einen gewissen Schutz bietet aber geschlossene Kleidung, die möglichst viel Hautpartien abdeckt. Da Zecken hauptsächlich im Unterholz und an Gräsern sitzen, ist es vor allem sinnvoll, Socken über die Hosenbeine zu ziehen. Keinen großen Nutzen erweisen dagegen nach Angaben des Mainzer Gesundheitsministeriums insektenabweisende Mittel.
Nach einem Aufenthalt in Biotopen der Parasiten wie hohem Gras sollte man zudem Kleidung und Haut gründlich nach den Tieren absuchen. Zecken beißen nicht immer sofort zu, sondern suchen zunächst nach einer geeigneten Körperstelle mit weicher und warmer Haut. Dabei kriechen sie auch über die Kleidung.
Hat eine Zecke bereits zugebissen, ist für das weitere Vorgehen Folgendes zu beachten: Während Viren der Hirnhautentzündung Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) in den Speicheldrüsen der Zecken sitzen, befinden sich die Borrelien zunächst im Mitteldarm der Tiere. Das hat zur Folge, dass FSME-Viren direkt mit dem Biss übertragen werden. Bei Borrelien dagegen geht man davon aus, dass sie erst zu einem späteren Zeitpunkt, während des Saugaktes, in den Wirt gelangen. Daher ist es besonders zur Verhinderung von Borreliose wichtig, eine Zecke so schnell wie möglich zu entfernen.
Auch bei der Entfernung von Zecken können Fehler gemacht werden: Viele «Geheimtipps» wie das Abbrennen der Parasiten oder das Drauftröpfeln von Öl schaden oftmals mehr als sie nützen. So gibt eine Zecken, die unter Öl oder Creme zu ersticken droht, in ihrem «Todeskampf» erst recht Erreger in die Wunde ab. Auch das Quetschen der Zecke kann schädlich sein.
Als beste Entfernungsmethode raten Experten dazu, die Zecke vorsichtig mit einer feinen Pinzette oder mit einem Skalpell zu entfernen. Dazu setzt man dicht über der Haut an und zieht oder hebelt die Zecke vorsichtig heraus. Wer sich nicht sicher ist, die Zecke richtig entfernen zu können, sollte einen Arzt aufsuchen.
|
|