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Greifswald (ddp-nrd). Der Greifswalder Medienpädagoge Roland Rosenstock hat die fehlende Erziehung zur Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen kritisiert. Im Zusammenhang mit Spekulationen um den Einfluss von Gewaltvideos und Computerspielen auf die beiden jugendlichen Tatverdächtigen im Doppelmordfall von Tessin sagte er der "Ostseezeitung" (Freitagausgabe), Kinder würden in dieser Hinsicht allein gelassen. Medienerziehung finde faktisch nicht statt. Kinder machten dabei immer früher Erfahrungen mit Gewalt in Comics, Computerspielen und Filmen. Entsprechende Produkte gäbe es mittlerweile für Kinder ab drei Jahren. Eine andere Möglichkeit zu handeln, außer durch die Anwendung von Gewalt, werde in vielen Formaten nicht mehr aufgezeigt.
Gewaltbereitschaft kann nach Ansicht des Medienwissenschaftlers jedoch nicht allein auf mediale Einflüsse zurückgeführt werden. Vielmehr seien für das Erlernen und den Umgang mit Aggressionen die Familie und der Freundeskreis von entscheidender Bedeutung, sagte er dem Blatt. Eine regelmäßig in Computerspielen praktizierte mediale Gewaltanwendung verringere jedoch die Möglichkeit zur Distanz. Gewalt werde zu einem sinnlichen Erlebnis, das einem Rauscherleben nahe kommen könne, sagte Rosenstock.
Jugendliche müssten sich mit den Darstellungen von Gewalt zum größten Teil alleine auseinandersetzen, kritisierte Rosenstock, der die Evangelische Kirche in Fragen des Jugendmedienschutzes berät. Eltern und Lehrern fehle oft das Wissen, um den Heranwachsenden bei der Verarbeitung zu helfen. Die fehlende Medienkompetenz sei vor allem ein Problem der Älteren zu Lasten der Jüngeren.
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