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(naps/ab). Zu dieser Thematik sprach Dr. Georg Schiffner, Leitender Oberarzt der Abteilung für Innere Medizin und Leiter des Geriatriezentrums des Krankenhauses Hamburg-Wilhelmsburg im Rahmen der monatlich stattfindenden Fortbildungsreihe der Carl-Friedrich-Flemming-Klinik, HELIOS Kliniken Schwerin.
Dr. Schiffner machte in seiner Einführung deutlich, dass die empirische Forschung die wichtigste Grundlage der modernen Medizin sei, dass es aber im Umgang mit Patienten Bereiche gäbe, die sich der naturwissenschaftlichen Forschung entzögen. Patienten seien heute einerseits von den Leistungen der naturwissenschaftlichen Medizin beeindruckt, fühlten sich andererseits nicht mehr als Individuum ganzheitlich wahrgenommen. Im weiteren Verlauf ging Dr. Schiffner auf verschiedene weltanschauliche Grundausrichtungen ein und nannte an erster Stelle den Rationalismus bzw. Materialismus. Hierbei werde der Mensch letztlich auf seine biologischen Grundlagen reduziert, metaphysische Perspektiven kämen nicht vor. An dieser Stelle habe der Humanismus die Perspektive deutlich erweitert. Es fände sich eine gute Vereinbarkeit mit dem biopsychosozialen Modell, auf dessen Grundlage heute praktisch alle Erkrankungen verstanden würden. Die humanistische Auffassung sei insofern sehr optimistisch, weil man davon ausginge, dass der Mensch sich selbst zum Guten bis hin zur Vervollkommnung führen könne. Der Humanismus finde aber dadurch seine Grenze, dass letztlich immer nur der Mensch als Maß aller Dinge gesehen werde. An dieser Stelle würde die christliche Weltanschauung einen Schritt weiter gehen, da sie Ursprung, Sinn und Ziel des menschlichen Lebens immer in einer Beziehung zur Transzendenz, also zu Gott, betrachten würde. Der Mensch würde nicht nur in horizontalen Beziehungen zu anderen Menschen gesehen, sondern auch in einer vertikalen Beziehung, die in die unsichtbare Dimension hineinreiche.
Insbesondere in den USA existiere eine umfangreiche empirische Datenlage, aus der hervorginge, dass eine lebendige Spiritualität signifikante Auswirkungen auf das Morbiditätsrisiko, aber auch auf den Umgang mit Erkrankungen habe. Diese positiven Auswirkungen könnten nach Auffassung des Referenten verschiedene Gründe haben, so z.B. die Grunderfahrung des Angenommenseins und inneren Friedens sowie die Bereitschaft zur Aussöhnung mit Menschen und unliebsamen Situationen. Andererseits gäbe es auch krankmachende Formen von Religiosität, die beachtet werden müssten.
Abschließend ging Dr. Schiffner auch noch auf fernöstlich geprägte Menschenbilder ein. Auch hier sei die spirituelle Dimension wichtig, es gehe im Unterschied zum Christentum aber nicht um eine persönliche Gottesbeziehung.
In der ärztlichen Ausbildung dürfe es nicht nur um die medizinischen Fachkenntnisse gehen, sondern auch um aufmerksames und aktives Zuhören und ein persönliches Einlassen auf die Nöte des Patienten. Dr. Schiffner erläuterte abschließend noch an klinischen Fallbeispielen, dass die weltanschauliche Grundhaltung des Patienten (und auch des Arztes) angesichts schwerer, insbesondere tödlicher Erkrankungen, einen großen Unterschied machen könne. Es sei sinnvoll, in der Anamnese zu erfragen, ob diese Thematik für den Patienten bedeutsam ist und ob er ggf. auch Kontakt zu einem Klinikseelsorger wünsche.
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