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Berlin (ddp-bln). Viele niedergelassene Ärzte fühlen sich durch die Gesundheitspolitik der Bundesregierung in ihrer Existenz bedroht. Sollte es bei dem geplanten Arzneimittel-Sparpaket bleiben, könnten Praxen mit einem hohen Anteil chronisch kranker Patienten wirtschaftlich nicht mehr überleben, sagte der Vorsitzende des Berufsverbandes der Allgemeinärzte in Berlin und Brandenburg, Wolfgang Kreischer, am Dienstag der Nachrichtenagentur ddp. Die Versorgungssicherheit sei dann, insbesondere für chronisch Kranke, nicht mehr gewährleistet.
Der Allgemeinmediziner ist seit 1986 niedergelassener Arzt in Berlin-Zehlendorf. Gemeinsam mit einem Anästhesisten betreibt er eine Praxis, in der auch eine Arzthelferin in Vollzeit und zwei Teilzeitangestellte arbeiten. "Der Verwaltungsaufwand hat mit der Zeit enorm zugenommen", sagte Kreischer. Allein das Einziehen der Praxisgebühr erfordere fast eine halbe Kraft. Auch die Dokumentation von Krankheitsverläufen in den so genannten Disease-Management- Programmen koste sehr viel Zeit.
Zugleich sei die Verdienstspanne im Laufe der Jahre immer geringer geworden, sagte der Mediziner. Dabei ginge es ihm noch besser als niedergelassenen Ärzten in sozial schwachen Stadtteilen wie Neukölln. "Weil sie fast nur Kassenpatienten haben, machen viele Praxen dort zu und versuchen, sich in wohlhabenderen Gegenden anzusiedeln", weiß er.
Die Einhaltung der nun geplanten Tagesbehandlungskosten sei sowohl finanziell als auch therapeutisch nicht möglich. "Ärzte können den vorgegebenen Wert nur erreichen, wenn sie ausschließlich hochdosierte Medikamente verschreiben", erläuterte Kreischer. Die meisten Patienten müssten ihre Tabletten dann jedoch vierteln oder sechsteln. "Das geht jedoch nicht, denn die Tablette zerbröselt dabei", sagte er. Verschreibe der Arzt weiterhin ein niedrig dosiertes Medikament, müsse er von den Überschusskosten bis zu 30 Prozent selber tragen.
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