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25.11.2005



Übersicht "Meldung vom Tage" (November 2005)



23.11.

Antistigma-Förderpreis verliehen

pm

Preisträger der von Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) und dem Verein "Open the doors" vergebenen Auszeichnung sind "BASTA - das Bündnis für psychisch erkrankte Menschen" (München) und Durchblick e. V. (Leipzig)

Berlin (23.11.05, pm). Im Rahmen der heutigen Auftaktveranstaltung zum diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) wurde in Kooperation mit dem Verein "Open the doors" zum dritten Mal der Förderpreis "Entstigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen" verliehen. Der mit 6.000 Euro dotierte Antistigma-Förderpreis ging in diesem Jahr zu gleichen Teilen an "BASTA – das Bündnis für psychisch erkrankte Menschen" und Durchblick e.V. mit seinem Projekt "Sächsische Psychiatriemuseum". Das Preisgeld wird von der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH und der DGPPN finanziert.

Preisträger "BASTA - das Bündnis für psychisch erkrankte Menschen"
Preisträger Durchblick e.V., "Sächsisches Psychiatriemuseum"

Der Förderpreis "Entstigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen" wird an Personen, Institutionen oder Selbsthilfegruppen verliehen, die sich um die Entstigmatisierung psychisch erkrankter Menschen besonders verdient machen. "Dies zeichnet beide Initiativen, BASTA und Durchblick e.V., aus", so Prof. Gaebel, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf, in seiner Laudatio. Die Leiterinnen und Leiter der Projekte Frau Dr. Kerstin Wundsam und Frau Elfriede Scheuring für BASTA sowie Frau Christina Stoppa und Herr Thomas Müller für Durchblick e.V. nahmen die Auszeichnung entgegen. "Ein weiterer Beweggrund, der die Jury zu der Auszeichnung veranlasst hat", hob Professor Gaebel hervor, "ist die wesentliche Beteiligung Betroffener und Angehöriger bei der Entwicklung und Durchführung der Projekte, mit denen sich bei Initiativen beworben haben."

"BASTA - das Bündnis für psychisch erkrankte Menschen", wurde 2000 ins Leben gerufen. BASTA leistet Anti-Stigma Arbeit in verschiedenen Zielgruppen zur Reduktion diskriminierender Interaktionen mit Betroffenen und zur Förderung der Integration psychisch erkrankter Menschen in der Gesellschaft. Bei dem ausgezeichneten Projekt sind die Zielgruppe "Polizeibeamte". Die BASTA-Arbeitsgruppe hält an der Bayerischen Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege (Fachbereich Polizei) ein Anti-Stigma Seminar, das in das 2-jährige Aufbaustudium für Polizisten integriert wurde. Das Aufklärungsseminar soll Berührungsängste und Vorurteile der Polizeibeamten gegenüber Betroffenen und ihren Angehörigen abbauen sowie sie gegenüber Diskriminierung und Stigmatisierung sensibilisieren. Das Wissen der Polizisten über gängige psychiatrische Krankheitsbilder (speziell Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis) soll erweitert werden. Bislang konnten ca. 500 Polizeibeamte durch das Entstigmatisierungsseminar erreicht werden. Da die Seminarteilnehmer später Gruppenleiteraufgaben in den Polizeidienststellen übernehmen, wird eine Multiplikatorfunktion gewährleistet.

Das "Sächsische Psychiatriemuseum e.V." als Projekt des Vereins Durchblick e.V. wurde im Jahr 2001 gestartet. Mit Ausstellungen, Stadtrundgängen, Veranstaltungen und Projekten wird im Museum die Geschichte der Psychiatrie in Sachsen dargestellt. Ziel ist es, die Öffentlichkeit über Psychiatrie aufzuklären und Arbeitsmöglichkeiten für Betroffene zu schaffen. Psychiatriebetroffene selbst werden in unterschiedlichen Arbeitsbereichen des Museums beschäftigt und ihr Psychiatriewissen genutzt. Die Psychiatriegeschichte wir dabei aus der Sichtweise der Betroffenen dargestellt z.B. durch Beschreibungen der Lebensgeschichten, Zeugnissen und Berichten sowie künstlerische Arbeiten von Betroffenen. Das Museum will einen Beitrag leisten, Vorurteile gegenüber Psychiatrie und Psychiatriebetroffenen abzubauen. Indem die Psychiatriegeschichte aufgezeigt wird, soll die langjährige Geschichte der gesellschaftlichen Ausgrenzung und Stigmatisierung durchbrochen werden.

"Open the doors e.V.", das vom Weltverband für Psychiatrie (World Psychiatric Association, WPA) im Jahre 1996 initiierte Anti-Stigma-Programm wird weltweit in über 20 Projektzentren mit dem Ziel durchgeführt, das Stigma und die Diskriminierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen, speziell der Schizophrenie, abzubauen. Durch Aufklärung soll das Wissen um schizophrene Störungen, ihren Ursachen, Erscheinungsformen und Behandlungsmöglichkeiten verbessert werden. So sollen Vorurteile gegenüber der Erkrankung abgebaut und soziale Beeinträchtigung aufgrund von Stigmatisierung vermindert werden. In Deutschland wird das Antistigma-Programm "Open the doors" seit 2000 unter dem Dach des gleichnamigen Vereins durchgeführt.

Die sanofi-aventis Gruppe ist das drittgrößte Pharmaunternehmen weltweit und die Nr. 1 in Europa. Basierend auf einer der erfolgreichsten pharmazeutischen Forschungen weltweit, entwickelt sanofi-aventis führende Positionen in sieben therapeutischen Kernbereichen: Herzkreislauf, Thrombose, Onkologie, Diabetes/ Stoffwechselerkrankung, Zentrales Nervensystem, Innere Medizin und Impfstoffe. Die sanofi-aventis Gruppe ist in Paris (EURONEXT : SAN) und in New York (NYSE - SNY) gelistet.


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