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Im März 2002 hatte Irrsinnig Menschlich die Idee zu einem Film, der von Menschen mit Schizophrenie aus der Slowakei und Deutschland erzählt, die mit Kamera und Mikrophon sich und die Welt neu entdecken. Weil wir davon überzeugt sind, dass die Medien einer wichtigsten Partner im Kampf gegen Stigmatisierung, Ausgrenzung und Diskriminierung psychisch kranker Menschen sind, nahmen wir Kontakt zum MDR auf. Aus der Idee wurde nicht nur ein Film, sondern ein ganzer Themenabend auf ARTE! Der Themenabend beleuchtet aus ganz verschiedenen Blickwinkeln Mythos und Wahrheit der Schizophrenie. Er will dazu beitragen, Fehlinformationen und Vorurteile über diesen besonderen Zustand der Psyche zu korrigieren.
Zu sehen sind u.a.:
Der Boss ist der Patient. Die ver-rückten Ansichten des Dr. Pétr Nawka
Ein Film von Norbert Göller und Manuela Richter-Werling
Der Film erzählt von Menschen mit Schizophrenie und einem außergewöhnlichen Psychiater aus der Slowakei. Er motiviert seine Patienten, mit Kamera und Mikrophon, sich selbst und die Welt neu zu entdecken.
Ich bin schizophren aber nicht verrückt!
Ein Film von Klaus Simmering
Die Reportage zeigt wie drei an Schizophrenie erkrankte Menschen, ein junger Mann, eine ehemalige Schauspielerin und ein Familienvater, den Kampf gegen die Krankheit und die sie oft verachtende Umwelt aufnehmen.
Auf unbekannten Meeren. Genies und ihr heller Wahn
Ein Film von Bärbel Walter
Gehören Verrrücktheit und Genialität zusammen? Oder sind sich das Genie und der Seelenkranke in einer Weise nahe, die wir bislang nicht verstehen? Bis heute existieren viele Missverständnisse und Vorurteile. Im Film zu Wort kommen u.a. Sylvia Nasar, die Autorin der Biografie über den amerikanischen Mathematiker John Forbes Nash, der 30 Jahre an Schizophrenie erkrankt war und 1994 den Nobelpreis für seine Spieltheorie erhält, der Kreativitätsforscher Mihaly Csikszentmihalyi und der international bekannte Schizophrenieforscher Prof. Heinz Häfner aus Mannheim.
Das Geheimnis der Schizophrenie. Eine Spurensuche
Ein Film von Klaus Simmering
Das Suche nach den Ursachen der Schizophrenie ist ein Stochern im Nebel. Je nach Zeitgeist wandeln sich die medizinischen Ansichten und auch die Therapien. Der Film erkundet die Krankheit mit all ihren medizinischen Irrungen, Sackgassen und zukunftsweisenden Entdeckungen.
"Der Boss ist der Patient"
Voraufführung der MDR-Produktion für den arte-Themenabend für Presse und Publikum
25. Februar 2004, 19.30 Uhr im Passagekino Leipzig
16. März 2004, 20 Uhr im Programmkino Ost
Ein gemeinsame Veranstaltung von Irrsinnig Menschlich e.V., MDR und arte
"Der Boss ist der Patient. Die ver-rückten Ansichten des Dr. Pétr Nawka" von Norbert Göller und Manuela Richter-Werling entstand aus dem von Irrsinnig Menschlich e.V. initiierten "Ersten Internationalen Filmworkshop von Medienmachern für Menschen mit Schizophrenie aus der Slowakei und Deutschland" in Michalovce 2002/03. Der Film erzählt von Menschen mit Schizophrenie und von einem außergewöhnlichen Psychiater, von seelischen Abgründen, Verzweiflung und Ausgrenzung, von Mut und Selbstbehauptung.
Michalovce - eine triste Kleinstadt im Osten der Slowakei. Hier bestimmen Arbeitslosigkeit, Alkohol und Resignation das Leben. Dennoch, oder gerade deshalb drängt hier eine Gruppe schwer kranker Menschen nach vorn. Martinka, Eva, Rudo und die anderen leiden an Schizophrenie. Wegen ihrer Krankheit sind sie arbeitslos, haben Freunde verloren, mancher die Familie. Heute leben sie von Sozialhilfe oder Rente. Ihr größter Wunsch: aus der Isolation heraus zukommen, als normale Menschen anerkannt zu werden.
Dr. Pétr Nawka, deutsch-slowakischer Psychiater und Chefarzt der Klinik, schart die Verlierer der Gesellschaft um sich. Er ermutigt sie, offen mit ihrer Krankheit umzugehen und ihr Leben wieder in die eigenen Hände zu nehmen.
Das ist nicht einfach: Obwohl Schizophrenie heute gut behandelbar ist, gilt sie in der Öffentlichkeit als der Inbegriff psychischer Erkrankung. Menschen, die daran leiden, werden als unberechenbar, inkompetent und gefährlich angesehen.
Gemeinsam mit dem "Irrsinnig Menschlich e.V.", dem Verein für Öffentlichkeitsarbeit in der Psychiatrie aus Leipzig, der sich für Verständnis und Toleranz gegenüber Menschen mit psychischer Krankheit engagiert, wollen die Patienten um Dr. Pétr Nawka das ändern. Ihr wichtigstes Arbeitsmittel: eine Videokamera.
Sich ausgerechnet für das Filmemachen zu entscheiden, das hat seinen Grund: Weltweit fühlen sich psychisch kranke Menschen auch durch die Massenmedien diskriminiert, abgestempelt zu Gewalttätern. Mit Hilfe von Kamera und Mikrophon wollen Martinka, Eva, Rudo und die anderen der Öffentlichkeit von ihrem Leben mit Schizophrenie erzählen, wie es wirklich ist, wenn ein Mensch Stimmen hört, halluziniert, starke Ängste und Wahnvorstellungen hat.
Dr. Pétr Nawka ist offen für alles, was seine Patienten stärkt - auch für so ungewöhnliche Experimente wie Filmworkshops. Aufgewachsen als Sohn einer sorbischen Familie in Bautzen, erfährt er schon als Kind, was es heißt, psychisch krank zu sein: Seine Mutter und einige seiner Geschwister leiden an Depressionen. Ihn trifft es als junger Mann. Zunächst will Nawka Zahnarzt werden, aber dann kommt er eher zufällig zur Psychiatrie. Nawka setzt bei der Behandlung seiner Patienten auf Vertrauen, Geduld und Partnerschaft. Er bricht mit der Macht des Psychiaters, macht öffentlich, dass auch er psychisch krank war und versucht in seinem Tun von den Bedürfnissen der Patienten auszugehen. Seine Klinik wird zu einem Laboratorium für die Psychiatriereform in der Slowakei.
Der Verein Irrsinnig Menschlich e.V., der MDR, ARTE und das Passage-Kino Leipzig laden Sie herzlich ein zur Voraufführung des Films "Der Boss ist der Patient" und zur anschließenden Diskussion mit den Filmemachern und den Protagonisten des Films. Wann: Mittwoch, 25. Februar 2004, 19.30 Uhr Wo: Passagekino Leipzig, Hainstraße 19a
Kartenbestellung - Passage Kino Leipzig
http://www.passage-kinos.de
Tel. 0341 - 2173862
Eine weitere Voraufführung gibt es in Dresden am 16. März 2004
20 Uhr im Programmkino Ost, Schandauer Str. 73
Kartenbestellung - Programm-Kino Ost, Dresden
http://www.programmkino-ost.de
Tel. 0351 - 3103782
Kontakt:
Irrsinnig Menschlich e.V.
Dr. Manuela Richter-Werling
Tel. 0341 - 2 228 990
E-Mail: info@irrsinnig-menschlich.de
Die Filmpremiere ist ein gemeinsamer Abend von Irrsinnig Menschlich e.V., dem Leipziger Verein für Öffentlichkeitsarbeit in der Psychiatrie, des MDR und von arte. Im Anschluss an den Film gibt es eine hoffentlich spannende Diskussion mit den Filmemachern, Dr. Pétr Nawka und anderen Protagonisten des Films.
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