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Startseite Rubrik: Meldung vom Tage aktualisiert 21.03.2004


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13.02.04

Schulmediziner warnen: Krebs heilt man nicht mit Vitaminen

ddp

Berlin (ddp). Schulmediziner warnen vor Scharlatanen, die Krebs bei Kindern mit Vitaminen heilen wollen. "Immer wieder", beklagt Professor Günter Henze von der Berliner Charite, "wenden sich verzweifelte Eltern in ihrer großen Not an vermeintliche Wunderheiler, die mit pseudowissenschaftlichen Begründungen das sprichwörtliche 'Blaue vom Himmel' versprechen, es aber nie halten können".

Henze, Sprecher des Kompetenznetzes Pädiatrische Onkologie und Hämatologie, bezieht sich auf einen konkreten Fall, der bundesweit derzeit für Aufsehen sorgt. Ein Mediziner behauptet in Flugblättern, ein 14-jähriges, an Knochenkrebs erkranktes Kind durch Vitamine geheilt zu haben und wirbt so für die von seinem Unternehmen aus Holland vertriebenen Vitaminpillen. Nach Darstellung von Henze besteht unter zahlreichen Experten Einigkeit darüber, dass dieses Kind kaum Überlebenschancen hat, sollte ihm weiter eine schulmedizinische Behandlung verweigert werden.

Der Experte appelliert nachdrücklich an die Eltern von krebskranken Kindern, sich der Schulmedizin anzuvertrauen, die in den letzten Jahren überragende Erfolge erzielt habe. Schulmedizin sei "mehr als Pillen geben und Spritzen setzen". Der Klinikdirektor an der Charité verweist unter anderem auf die psychosoziale Betreuung und das altersgerechte Umfeld in den etwa 40 auf Krebs bei Kindern spezialisierten Kliniken in Deutschland. Die Behandlung dort erfolge in engem Kontakt zwischen Ärzten und Eltern.

Der Professor verweist darauf, dass die Schulmedizin mit soliden Statistiken und nicht mit Einzelschicksalen arbeitet. Diese zeigten, dass heute bei 75 Prozent der krebskranken Kinder die Aussichten auf Heilung sehr gut sind. Den Heilungskonzepten liegt, wie Henze betont, eine kombinierte Behandlungsstrategie zugrunde. Mit der Chemotherapie werde die Vernichtung der so genannten Mikrometastasen angestrebt. Die lokale Behandlung des Tumors erfolgt durch Operation und/oder Strahlentherapie.

Das Kompetenznetz Pädiatrische Onkologie und Hämatologie vernetzt das Wissen von rund 250 Experten an 12 Krebszentren und 12 kinderkrebsheilkundlichen Zentren. Maßgeblich unterstützt wird es von der Deutschen Krebshilfe, der Kinderkrebsstiftung und vom Bundesforschungsministerium.


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