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Magdeburg (ddp-lsa). Sachsen-Anhalts Kultusstaatssekretär Winfried Willems spricht sich für einen engeren Kontakt von Schule und Elternhaus aus. Dies sei das beste Mittel gegen Schulschwänzerei und Schulverweigerer, sagte er in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp in Magdeburg. Beide Partner sollten im Miteinander Erziehungs- und Lernprobleme lösen. Auf diese Weise lasse sich Unlust an der Schule am schnellsten erkennen und im Idealfall auch beseitigen.
Willems nannte es eine grundlegende Aufgabe der Pädagogen, über den eigentlichen Unterricht hinaus zu sehen. Es müsse wieder zum Normalzustand werden, dass sich die Schule bei den Eltern meldet, wenn deren Kinder unentschuldigt fehlten oder sich die Leistungen deutlich verschlechterten. Das gehöre zu den Grundaufgaben eines funktionierenden Schulbetriebs. Selbst in der fünften oder sechsten Stunde gehöre eine Anwesenheitskontrolle in den Klassen zur Pflicht.
Auf der anderen Seite seien Eltern gut beraten, wenn sie sich von allein an einen Lehrer wenden, um über familiäre Probleme zu informieren, die die Lerneinstellung behinderten, sagte Willems. Ein gutes Vertrauensverhältnis könne vielfach die Sorgen der Mädchen und Jungen bereits im Ansatz lösen helfen.
Zwangsweise Zuführungen von Schulverweigerern zum Unterricht durch Polizei oder Stadtordnungsdienste dürften nicht die Ultima Ratio sein, betonte der Staatssekretär. Sinnvoller nannte es Willems, die Kinder wieder für das Lernen zu interessieren. So genannte Reintegrationsklassen wären ein Weg dazu, in denen Schulschwäzner wieder an die Schule heran geführt werden. An drei Modellversuchen im Land hätten in den vergangenen drei Jahren 84 Schüler teilgenommen. Etwa ein Drittel brach das Projekt ab. Die flächendeckende Einstellung von Sozialarbeitern an den Schulen Sachsen-Anhalt könne dagegen finanziell nicht geleistet werden. Mit einem breiten Angebot von Ganztagsschulen ließe sich die Motivation der Mädchen und Jungen verbessern. Sie brauchten Betreuung und nicht nur eine Aufsicht.
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