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Neubrandenburg/Wurzen (ddp-lsc). Mit dem einfachen Wunsch nach etwas Ruhe hat eine vierköpfige Familie aus Wurzen eine Großaktion der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern ausgelöst. Die Urlauber waren eine Woche lang praktisch spurlos verschwunden und wurden erst am Samstag von einer Streifenwagenbesatzung wohlbehalten auf einem Zeltplatz in der Mecklenburger Seenplatte entdeckt. Der 34 Jahre alte Mann und seine 40-jährige Frau hatten sich mit den zwei und drei Jahre alten Kindern auf einem Naturcampingplatz niedergelassen, wie ein Polizeisprecher am Sonntag berichtete. Als Grund für ihre "Funkstille" hätten die Urlauber angegeben, sie hätten "nur ihre Ruhe haben wollen".
Die Familie war am 10. Juli mit ihrem grünen Transporter ursprünglich zur Müritz aufgebrochen. Weil von ihr seither jedes Lebenszeichen gefehlt hatte, erstatteten die Eltern des Mannes Vermisstenanzeige bei der Polizei in Chemnitz. Diese alarmierte am Freitag die Beamten im Nordosten.
Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern startete daraufhin eine umfängliche Suchaktion. Da die Familie auf den großen Campingplätzen nicht aufzufinden war, wurde der Einsatz auch auf kleinere Plätze ausgedehnt. Bei Zislow am Nordufer des Plauer Sees wurden die Beamten dann fündig.
Laut Polizei hatte die Familie offenbar von der übertriebenen Fürsorge der Eltern Abstand gewinnen wollen und deshalb das Reiseziel geändert. Um ganz sicher zu gehen, habe das Ehepaar auch bewusst das Handy ausgeschaltet. "Im Grunde kann man keinem so richtig böse sein", fügte der Sprecher verständnisvoll hinzu. Und für das Vorhaben sei der Campingplatz zudem hervorragend geeignet gewesen: "Dort ist es so idyllisch, das ist ideal für Leute, die Ruhe suchen."
Da die Urlauber nicht mit Vorsatz gehandelt hätten, müssten sie nach der Suchaktion auch keine Folgen befürchten. Die Kosten trage in solchen Fällen der Steuerzahler, hieß es.
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