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Die psychiatrische Sprechstunde für wohnungslose Menschen in der Tagesaufenthaltsstätte (TAS) in Eimsbüttel erhält am Montag (09.02.2004) als eines der zehn innovativsten sozialen Projekte in Deutschland einen innovatio-Preis.
Seit März 2002 betreiben das Diakonische Werk Hamburg und der Sozialdienst des Klinikums Nord diese regelmäßige psychiatrische Sprechstunde. Zwei Stunden in der Woche, parallel zur medizinischen Sprechstunde der Internistin Dr. Frauke Ishorst-Witte, berät und behandelt der Psychiater Martin Lison obdachlose Patienten mit Depressionen, Schizophrenie, oft mit mehreren körperlichen und seelischen Erkrankungen gleichzeitig.
Die Erkenntnis, dass obdachlose Menschen auch seelisch krank sein können, ist relativ neu. Erst in jüngster Zeit hat sich der Blick geschärft: Nach einer Stichprobenuntersuchung der Rautenberg-Gesellschaft, ein auf die Betreuung seelisch Behinderter spezialisierter Verein in der Hamburger Diakonie, betrug der Anteil psychisch kranker Menschen in Hamburger Obdachloseneinrichtungen schon vor fünf Jahren zwischen 10 und 30 Prozent. Diese Zahl nimmt ständig zu, auch weil chronisch psychisch kranke Menschen durch schlechtere ambulante Betreuung leicht ihre Wohnung verlieren.
Mit dem Sozialpreis innovatio werden Projekte gewürdigt, die sich eines drängenden sozialen Problems annehmen und zukunftsweisende Handlungsperspektiven eröffnen. Bundesweit hatten sich rund 230 Projekte aus dem gesamten Bundesgebiet um den innovatio 03 beworben. Bereits zum vierten Mal wurde der Sozialpreis für caritatives und diakonisches Handeln innovatio verliehen. Das Preisgeld wird von der "Bruderhilfe Pax Familienfürsorge" und der HUK-Coburg gestiftet.
Einladung zur Preisverleihung in der Psychiatrischen Sprechstunde: Der Preis in Höhe von 500 Euro wird verliehen durch Karin Appelmann, HUK-Coburg, am Montag, 9. Februar, 15 Uhr, in der Tagesaufenthaltsstätte und sozialen Beratungsstelle, Bundesstraße 101, Eimsbüttel.
Dabei sind die Initiatoren der Psychiatrischen Sprechstunde - Oberarzt Dr. Richard Becker und Dipl. Pädagoge Manfred Voepel (48) vom Klinikum Nord, sowie der Sozialpädagoge Jens Goldbeck (36) von der TAS, der Psychiater Martin Lison, Assistenzarzt im AK Harburg sowie Hilfswerksvorstand Pastor Dr. Ingo Habenicht (44) und Fachbereichsleiter Peter Schröder-Reineke (53) vom Diakonischen Werk Hamburg.
Informationen zum Projekt:
Jens Goldbeck,Tel. 040 - 40178214
Manfred Voepel, Tel. 040 - 52 71 25 38
Informationen zu innovatio:
Claudia Beck, Deutscher Caritasverband
Tel. 030 - 284 44 778
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