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Dortmund/Berlin (ddp). Die Deutsche Hospiz Stiftung fordert von der Politik klare Richtlinien zur Patientenverfügung. Nur zwei Prozent der Schwerstkranken und Sterbenden seien derzeit umfassend informiert, sagte der Vorstand der Deutschen Hospiz Stiftung, Eugen Brysch, der Nachrichtenagentur ddp in Dortmund. Die Hospiz Stiftung dränge darauf, nur individuelle und schriftliche Patientenverfügungen anzuerkennen. Außerdem setze er sich "für klare formale Vorschriften und festgelegte Qualitätskriterien" ein, unterstrich Brysch.
Das Thema Patientenverfügung wird heute Nachmittag im Bundestag behandelt. Zur Diskussion steht der im Herbst 2004 von der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin" vorgelegte Zwischenbericht. Zu den Kernanliegen zählt die Forderung nach einer gesetzlichen Regelung. Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) hatte ihren Entwurf nach Kritik aus den eigenen Reihen im Februar wieder zurückgezogen. Gerechnet wird nun mit mehreren Gruppenanträgen, über die letztlich ohne Fraktionszwang abgestimmt werden soll.
Derzeit glaubten über 30 Prozent der Vormundschaftsrichter, dass bereits Menschen, "die nicht mehr reden können, ein unwürdiges Dasein fristen", beklagte Brysch. Aufgrund seiner Erfahrungen im Hospiz-Alltag könne er dieser Auffassung nur heftig widersprechen. Brysch forderte mehr Beratungsangebote für Patienten sowie Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Ärzte und Juristen.
Die ursprüngliche Absicht von Zypries, wonach bereits eine mündliche Äußerung als verbindliche Patientenverfügung gelten kann, rügte Brysch scharf. Dies würde Fehlinterpretationen und Missbrauch ermöglichen, warnte er. Grundsätzlich sei die Auseinandersetzung mit dem Thema jedoch zu begrüßen. "Wir brauchen aber keine Gnade des Gesetzgebers und vor allem kein Mitleid mit Schwerstkranken, betonte der Stiftungs-Vorsitzende.
Die gemeinnützige Deutsche Hospiz Stiftung ist die Patientenschutzorganisation der Schwerstkranken und Sterbenden. Sie finanziert sich ausschließlich aus Spenden.
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