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München (ddp-bay). Der mögliche Zusammenhang zwischen der Rinderseuche Paratuberkulose und der menschlichen Darmkrankheit Morbus Crohn beschäftigt in Bayern eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe am Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Am 18. März würden Untersuchungen über die Verbreitung des verdächtigen MAP-Bakteriums in Bayern abgeschlossen, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Roland Eichhorn, am Sonntag auf ddp-Anfrage in München. Es zeichne sich jedoch bereits ab, dass die Studie des Tiergesundheitsdienstes keinen Zusammenhang mit der Verteilung von Morbus Crohn in Bayern ergeben habe.
Der Gießener Professor für Magen- und Darmkrankheiten, Hans-Ulrich Klör, hatte hingegen in der "Bild am Sonntag" gewarnt: "Wir müssen von der höchsten Gefährdungsstufe ausgehen." Die Hinweise darauf, dass der Paratuberkulose-Erreger MAP und Morbus Crohn zusammenhängen, seien "sehr stark". Die Krankheit verlaufe bei Mensch und Tier nahezu identisch. Der britische Morbus-Crohn-Forscher John Hermon-Taylor bezeichnete MAP sogar als "weltweit eine der größten Gefahren für die Gesundheit". In Deutschland leiden rund 160 000 Menschen an Morbus Crohn.
Eichhorn warnte hingegen vor Panikmache. Einem Bericht des Berliner Robert-Koch-Instituts von 2003 zufolge sei es "eher unwahrscheinlich", dass erkrankte Rinder die Infektion auf Menschen übertragen könnten. Die Vermutung sei bereits 1913 das erste Mal aufgetaucht, habe sich aber noch immer nicht erhärten lassen. Das Ministerium nehme die Krankheit dennoch ernst.
Es werde derzeit darüber nachgedacht, in Bayern Fall-Kontroll-Studien mit Morbus-Crohn-Kranken zu starten. Dabei würden die Patienten intensiv nach ihren Kontakten zu Rindern und ihren Ernährungs- und Lebensgewohnheiten befragt. Die Entscheidung über die Durchführung der Studie soll ebenfalls am 18. März gefällt werden. Die Arbeitsgruppe am LGL befasse sich zudem mit der Frage, wie MAP-Bakterien zuverlässig aus Rohmilch und pasteurisierter Milch entfernt werden können. Bislang gelinge dies nur durch eine ultrahohe Erhitzung, sagte Eichhorn.
Weiterführende Informationen
http://www.dccv.de
http://www.colitis-crohn-portal.de
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