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Bielefeld (ddp). Die klirrende Kälte in Deutschland wird nach Einschätzung von Fachleuten viele Obdachlose das Leben kosten. Bei strengen Wintern sei bundesweit im Schnitt der Tod von 10 bis 15 Obdachlosen zu beklagen, sagte der Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Wohnungslosenhilfe, Thomas Specht-Kittler, der Nachrichtenagentur ddp in Bielefeld. Nach Schätzung der BAG erfroren von 1991 bis 2004 bundesweit mindestens 225 Obdachlose.
Überdurchschnittlich viele obdachlose Kältetote gab es nach Beobachtung der BAG in der Vergangenheit vor allem in den kleinen und mittelgroßen Städten sowie in Ostdeutschland. Grund sei in den meisten Fällen der Mangel an genügend Unterbringungsmöglichkeiten, kritisierte Specht-Kittler. Dieses Manko hänge offenbar mit bestehenden Vorurteilen vor allem in ländlichen Regionen gegenüber den Wohnungslosen zusammen.
Die BAG appelliert daher an alle Städte und Gemeinden, zusammen mit ihren Verwaltungen und den städtischen Unternehmen "Bündnisse gegen den Kältetod" zu schmieden und nachts etwa Bahnhöfe oder U-Bahn-Stationen für Obdachlose offen zu halten. Dazu gehöre auch die Einrichtung von telefonischen Notrufen, damit Bürger Obdachlose melden könnten, die in Gefahr seien, ein Opfer der Kälte zu werden.
In die Kritik nimmt die BAG vor allem die Bahn, die ihre Bahnhöfe als Privateigentum ansehe, obwohl es sich nach geltendem Recht um öffentliche Plätze handele. Aber auch Kommunen, die den Aufenthalt in Obdachlosenunterkünften auf einen oder wenige Tage pro Monat befristeten, handelten rechtswidrig, erläuterte Specht-Kittler. Solche Vorgehensweisen setzten die Obdachlosen bei der jetzt herrschenden klirrenden Kälte einem großen Erfrierungsrisiko aus.
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