Stigma und Ausgrenzung durch die Gemeindepsychiatrie
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naps: Psychiatriereform? - Sie hat Löcher wie ein schweizer Käse! Die Macher haben nicht nur vergessen, "ihr Produkt" in die Öffentlichkeit zu tragen, auch haben sie es in weiten Teilen versäumt, ihre Hilfsangebote auf die Bedürfnisse der psychisch Kranken auszurichten.
"Psychiatrische" Leitideen, künstlich vorgegebene Tagesstrukturen und der Zwang der Klienten zur Teilnahme sorgen für Stress und Rückfälle. Alles dreht sich nur noch um das liebe Geld und um die Auslastung der Plätze. Selbst Kritiker aus der Psychiatrie nennen das "Geiselnahme".
Bei näherer Betrachtung orientieren sich die Geldbeschaffungs- und Beschäftigungsprogramme der Leistungsanbieter vornehmlich auf das Erwerbsleben ihrer Mitarbeiter. Wie aber die erwerbsunfähigen "Schwachen" ihre Stärken und Qualitäten in der Gemeinde entdecken und entfalten, den Schritt aus dem "Übergangssystem" Gemeindepsychiatrie ins eigenständige Leben packen - und wie sie trotz Rente, ihr Budget durch stundenweise Tätigkeiten um einige hundert Mark aufbessern können - dafür gibt es nur wenige ermutigende Beispiele.
Zudem bestimmt das "Aufnahmeverfahren", wer aufgenommen wird und wer nicht. Tragisch ist, dass besonders schwer gestörte psychisch Kranke in billigen Heimen verkümmern, zu Hause hocken, in ihren Wohnungen verhungern oder als Obdachlose in Abbruchhäusern schlafen. Für sie wären geschützte Räume am notwendigsten.
Leider ist es immer noch so, dass die Professionellen lieber ihre Energie an andere, besonders "dankbare" Klienten binden.
Stigma und Ausgrenzung machen auch vor der Institution Gemeindepsychiatrie nicht halt.
Lichtblick (naps, R. Hartig, Juli 2000)
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