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(naps). Die ehemalige Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, Regina Schmidt-Zadel, und der Rheinland-Pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck sind am 4. November in Berlin mit dem "MUT 2003 - Preis für politisches Handeln zugunsten psychisch kranker Menschen" des Leipziger Vereins "Irrsinnig Menschlich e.V. - Verein für Öffentlichkeitsarbeit in der Psychiatrie" ausgezeichnet worden.
"Mit 15 Nominierungen von engagierten Politikern hat der Preis bereits im ersten Jahr der Ausschreibung ein außerordentlich großes Interesse erfahren", erklärte die Geschäftsführerin des Vereins, Dr. Manuela Richter-Werling. Professor Matthias C. Angermeyer, Vorsitzender des Vereins, verwies darauf: "Die Entscheidung, wem der Preis zukommen sollte, war angesichts eines so vielfältigen persönlichen Engagements nicht leicht zu treffen." Über 20 Privatpersonen und gesellschaftliche Organisationen bewarben sich beim Verein, der sich zusammen mit internationalen Initiativen für Toleranz und Verständnis gegenüber Menschen mit einer psychischen Erkrankung einsetzt.
"Mit Herz und Verstand, mit Überzeugung und Vision engagieren sich die beiden Preisträger des MUT 2003 seit Jahren für Menschen mit psychischen Erkrankungen", würdigte Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, ehemalige Bundesjustizministerin und Mitbegründerin des Vereins sowie Mitglied der Jury in ihrer Laudatio. Regina Schmidt-Zadel trug durch ihre langjährige Arbeit als gesundheitspolitische Sprecherin der SPD und Vorsitzende des Gesundheitsausschusses wesentlich dazu bei, die Massenhospitalisierung psychisch kranker Menschen durch eine moderne, offene und den individuellen Bedürfnissen angepasste Versorgung zu ersetzen. Kurt Beck beeindruckte die Jury dadurch, dass er sich als Initiator und Verfechter wichtiger struktureller Veränderungen und Innovationen engagiert hat. Mit dem Großprojekt "Psychiatriereform" in Rheinland-Pfalz hat er wesentlich zu einer modernen und patientenorientierten Versorgung und damit Integration psychisch kranker Menschen beigetragen.
Die Preisträger übergaben das von der Lilly Deutschland GmbH gestiftete Preisgeld von jeweils 1500 Euro an die Non-Profit-Organisationen "Durchblick e.V." (Psychiatriebetroffeneninitiative, Leipzig) und "Verein zur Unterstützung Gemeindenaher Psychiatrie in Rheinland-Pfalz" (Mainz).
MUT 2003 - ein wichtiger Startschuss
Auf Einladung des Vereins "Irrsinnig Menschlich e.V." diskutierten im Anschluss 50 Schüler und Teilnehmer des Schulprojekts "Verrückt? Na und!" mit den Politikern über die Situation psychisch kranker Menschen in unserer Gesellschaft. Alle waren sich einig: Mit dem MUT 2003 wurde ein wichtiger Startschuss gegeben, damit Politik und Gesellschaft schon bald mit psychischen Erkrankungen ebenso offen umgehen, wie sie das längst mit körperlichen Erkrankungen tun. Die Preisträger sagten zu, sich zukünftig bei weiteren Projekten des Vereins zu engagieren und so Psychiatrie aktiv mitzugestalten.
Schüler gegen Klischees und Ausgrenzung
"Warum wird im Schulunterricht das Thema seelische Gesundheit immer wieder ausgeklammert, obwohl es doch gerade für uns Jugendliche so wichtig ist?" - "Warum erhalten Menschen mit psychischen Erkrankungen noch immer nicht die bestmögliche Versorgung und setzt man sie den schlimmen Nebenwirkungen von alten Medikamenten aus?" - "Warum erleichtert die Politik den Betroffenen nicht den Weg zurück in die Gesellschaft?" Das wollten die Berliner Schüler und Teilnehmer des Schulprojekts "Verrückt? Na und!" wissen.
Auf diese Fragen antworteten neben den Preisträgern und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger auch Betroffene sowie weitere Politiker, u.a. Hubert Hüppe, Bundestagsausschuss für Gesundheit, Hannelore Roedel, Bundestagsausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, und Rainer Wilmerstadt, Leiter der Abteilung "Belange behinderter Menschen" im BMGS.
Politiker für bundesweiten Einsatz
des Schulprojekts "Verrückt? Na und!"
"Gerade in der heutigen Zeit, in der Lehrstellen nicht leicht zu finden sind und die gesellschaftlichen Anforderungen steigen, ist es doch kein Wunder, wenn seelische Krisen zunehmen", so ein Schüler. Gemeinsam Verantwortung für eine Verbesserung der Situation psychisch kranker Menschen zu übernehmen und Normalität im Umgang mit psychisch Kranken herzustellen, darin waren sich alle Beteiligten am Ende der Veranstaltung einig. "Wir würden uns wünschen, dass Aktionen wie das Schulprojekt des Vereins Irrsinnig Menschlich e.V. bald bundesweit durchgeführt werden", so Wilmerstadt.
Benefizgala auch für psychisch kranke Menschen
Auch die Medien können hierbei die notwendige Öffentlichkeit schaffen: "Vielleicht schaffen wir es in naher Zukunft, auch endlich eine Benefizgala für psychisch kranke Menschen ins Leben zu rufen, wie sie für Krebs- und AIDS-Patienten seit langem selbstverständlich sind", so Regina Schmidt-Zadel.
"Verrückt? Na und!" der Verein und sein Schulprojekt Irrsinnig Menschlich e. V. setzt sich seit seiner Gründung im Frühjahr 2000 für Toleranz und Verständnis gegenüber psychisch erkrankten Menschen ein. Dadurch, dass der Verein Menschen aus den unterschiedlichsten Kreisen der Gesellschaft zusammenbringt, hofft Irrsinnig Menschlich e.V., Vorurteile, Diskriminierung und Ausgrenzung dauerhaft abzubauen. Sein unkonventionelles Schulprojekt "Verrückt? Na und!" schafft persönliche Begegnungen zwischen Schülern und Patienten und hilft so, Vorurteilen da entgegen zu wirken, wo sie sich noch nicht verfestigt haben bei jungen Menschen.
Der Verein bietet das Projekt nun auch bundesweit an. Dafür und für weitere Initiativen braucht der Verein dringend Menschen, die ihn unterstützen, damit die Gesellschaft schon bald mit psychischen Erkrankungen ebenso offen umgeht, wie sie das längst mit körperlichen Erkrankungen tut. Denn psychisch kranke Menschen brauchen Öffentlichkeit, Fürsprecher und aktive Hilfe. Gerade Politiker können hier Zeichen setzen. Schirmherrin des Projektes "Verrückt? Na und!" ist die Schauspielerin Jenny Gröllmann.
Vom Erfolg dieser Initiative überzeugt ist auch das Pharmaunternehmen Lilly Deutschland GmbH, das "Verrückt? Na und!" 2001 mit einem der renommierten "Lilly Schizophrenia Awards" gewürdigt hat.
Kontakt zum Projektteam: Irrsinnig Menschlich e.V.
Dr. Manuela Richter-Werling
Tel. (03 41) 2 22 89 90
E-Mail: info@irrsinnig-menschlich.de
Internet: www.irrsinnig-menschlich.de
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Preisträger MUT 2003
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Kurt
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Initiatoren und Gäste
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S. Leutheusser- Schnarrenberger
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Manuela
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Matthias C.
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Hubert
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Fotos: Content Agentur (8) / naps (1)
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