Nachrichten aus Psychiatrie und Selbsthilfe

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Beiträge (Gesamtübersicht) Stigma-Management Redaktion 06.11.2003
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Wege aus der Einsamkeit - Was geschah danach?


von Thomas Greve

Thomas Greve....


Vor etwa zwei Jahren schilderte ich im "Lichtblick 2000" auf Seite 17 meine Wege aus der Einsamkeit, die sich durch meine psychotische Erkrankung ergab. Was sich seitdem ereignete, möchte ich hier kurz darstellen:

Am wichtigsten ist es mir zu berichten, daß aus der damals befristeten 630,- DM Stelle in einem Call-Center eine unbefristete geringfügige Beschäftigung wurde. Hier arbeite ich jetzt bis zu 14 Stunden wöchentlich und führe Telefonbefragungen durch.

Aufgrund meines damaligen Artikels erhielt ich zunächst das Angebot auf dem Kongress Forum für Psychosoziale Rehabilitation im CCH Kongress Centrum Hamburg im Satelliten-Symposium "Der Einsatz neuer Medien bei der Re-Integration psychisch Kranker" am 05.05.2001 einen Vortrag zum Thema "Mein Weg in die Re-Integration" zu halten. Ich war damals sehr nervös und las ein halbes Jahr im Voraus jeden Abend laut den Text, der sich aus den Artikel ableitete. Die Veranstaltung verlief dann aber so gut, daß ich weitere Einladungen zu Veranstaltungen bekam, in denen ich offen über meine Krankheitsgeschichte und dem positiven Verlauf nach der Umstellung auf ein atypisches Anti-Psychotikum sprechen konnte.

Eine der interessantesten Events war die "Ver-rückte Filmnacht – Gegen die Bilder im Kopf" im Cinestar Metropolis-Kino in der Oscarnacht am 24. März 2002. Eingeladen hatten die Lilly Deutschland GmbH, der Leipziger Verein Irrsinnig Menschlich e.V. und der Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker e.V. (BAPK). Rund 700 meist junge Besucher sahen Ausschnitte aus der deutschen Low-Budget-Produktion "Das weiße Rauschen", die schon mit dem Max-Ophüls-Preis prämiert wurde, und anschließend den Hollywoodfilm "A Beautiful Mind". Danach hatten die Besucher die Möglichkeit im Kino die Oscarnacht live zu erleben und unter anderem zu sehen, wie "A Beautiful Mind" vier Oscars erhielt. Zwischen den Filmen fanden rege Diskussionsrunden gegen Vorurteile und Ausgrenzung psychisch Kranker statt an denen ich im Podium teilnahm. Mir war Anfangs richtig mulmig zumute, als ich das riesige Kino sah – doch später merkte ich das auch das zu packen ist und mir und anderen Betroffenen hilft.

Einer meiner größten Wünsche ist es, daß ich eines Tages perfekt englisch sprechen kann. Um diesem Ziel näher zu kommen, reiste ich im Sommer 2000 für drei Wochen zum Sprachkurs nach Dublin (Irland). Das motivierte mich so sehr, daß ich in diesem Sommer wiederum drei Wochen zum Sprachkurs in Bournemouth (U.K.) war. Beide Reisen wurden im Rahmen des Programms "Fremdsprachenerwerb in der beruflichen Bildung" der Carl Duisburg Gesellschaft e.V., gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung durchgeführt. Mein Sprachlevel ist inzwischen "Intermediate".

In meiner restlichen Frei-Zeit arbeite ich ehrenamtlich als Community-Leader bei AOL, als Webmaster beim "Lichtblick-Newsletter" des Landesverbandes der Angehörigen und Freunde psychisch Kranker Mecklenburg-Vorpommern (LApK MV) und als Computer-Experte im "Online-Treff", dem Internet-Kaffee des Kontakt halten e.V. Und seit der diesjährigen Rostocker Hanse Sail habe ich ein neues Hobby: Ich lerne gerade im Verein Behindertenhilfe e.V. das Filmen und Schneiden eigener Beiträge. Mal sehen, wann ich meinen ersten eigenen Film auf Sendung bringe.




























Thomas
Oscarnacht in Frankfurt / Main


Thomas
Sprachkurs in England





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