|
226 Milliarden Euro flossen im Jahr 2001 in das deutsche Gesundheitswesen
Von Thorsten Severin
Berlin (ddp). Bei den Gesundheitsausgaben rangiert Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes an der Weltspitze. Im Jahr 2001 seien für das Gesundheitswesen knapp 226 Milliarden Euro aufgewendet worden. Dies seien 11 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), sagte der Präsident des Statistischen Bundesamts, Johann Hahlen, am Donnerstag in Berlin. 2000 hätten lediglich die USA mit 13 Prozent noch höher gelegen. Zwischen 1992 und 2001 sind die Gesundheitsausgaben in Deutschland um fast 63 Milliarden Euro oder 38,5 Prozent gestiegen.
Pro Bundesbürger wurden 2001 den Angaben zufolge im Schnitt 2 740 Euro für die Gesundheit ausgegeben. 1992 waren es 2020 Euro. Mit 4,1 Millionen Beschäftigten war zudem etwa jeder Zehnte im Gesundheitswesen tätig.
Größter Ausgabenträger ist die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) mit 129 Milliarden Euro. Sie erbrachte 57 Prozent aller Gesundheitsleistungen. Die Ausgaben für Arznei- und Hilfsmittel, Zahnersatz und sonstigen medizinischen Bedarf lagen 2001 mit 60,4 Milliarden Euro (27 Prozent) erstmals knapp vor denen für ärztliche Leistungen (59,6 Milliarden). Für ambulante Einrichtungen wie Arzt- und Zahnarztpraxen oder Apotheken wurden 105 Milliarden Euro ausgegeben.
Die viel kritisierten Verwaltungsausgaben der gesetzlichen Kassen sind laut Hahlen mit einem Anteil von 5,6 bis 5,9 Prozent der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt in den vergangenen zehn Jahren weitgehend konstant geblieben. 2001 betrugen sie 7,6 Milliarden Euro in der Summe.
Neben den Gesundheitsausgaben wurden 2001 rund 67,5 Milliarden Euro für Einkommensleistungen gezahlt. Davon erbrachten die Arbeitgeber fast die Hälfte (47 Prozent). Der größte Teil entfiel für die Unternehmen auf Entgeltfortzahlungen im Krankheitsfall, die fast 27 Milliarden Euro verschlangen. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlten demgegenüber 8,2 Milliarden Euro. Davon entfielen rund 6 Milliarden auf das Krankengeld.
Als überraschend bewertete Hahlen eine Auswertung der Finanzströme. Demnach trugen die privaten Haushalte 2001 am stärkten zur Finanzierung des Gesundheitswesens bei. Insgesamt wendeten sie 138,6 Milliarden Euro auf (47 Prozent). 115,5 Milliarden Euro (39 Prozent) stammten von den öffentlichen und privaten Arbeitgebern. 13 Prozent (23,3 Milliarden) schulterten die öffentlichen Haushalten. Sie gaben damit 2001 insgesamt sechs Milliarden Euro weniger für Gesundheitsausgaben und Einkommensleistungen aus, als noch im Jahr 1992. Arbeitgeber und private Haushalte verzeichneten hingegen Zuwächse von 26 beziehungsweise 50 Milliarden Euro.
© ddp, Mai 2003
|