Nachrichten aus Psychiatrie und Selbsthilfe

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Thesen DPH
26.08.2003


Thesen - Dachverband psychosozialer Hilfsvereinigungen e.V.


These 1

Die aktuellen, regional sehr unterschiedlichen Finanzierungsmöglichkeiten gemeindepsychiatrischer Hilfsangebote zwingen die Träger zu institutionellen Kompromissen (»Kein ambulanter Dienst ist finanzierbar ohne ein sicheres Heim!«) und erschweren durch ihre Zersplitterung und die erzwungene Unbeweglichkeit die bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Arbeit vor Ort.


These 2

Die Wichtigkeit von Arbeitsmöglichkeiten für psychisch erkrankte Menschen in Integrations- und Zuverdienstfirmen, der Aufbau von Rehabilitationseinrichtungen, Integrationsfach- und berufsbegleitenden Diensten ist in den vergangenen Jahren stärker in den Blickpunkt der Fachöffentlichkeit gerückt. Der Trend zur Beschäftigungsabnahme bei Schwerbehinderten ist dadurch jedoch kaum berührt - und noch weniger aufgehalten worden. Hier gilt es, den Wert der Arbeit für psychisch erkrankte Bürger als stabilisierendes Element - auch durch die Träger und Unterstützer gemeindepsychiatrischer Hilfsangebote stärker zu betonen und bestehende Hilfsangebote zu vernetzen, um einfache Zugangsmöglichkeiten zu schaffen.


These 3

In den letzten Jahren sind in vielen Städten, angeregt und unterstützt durch den DACHVERBAND »Psychoseseminare« entstanden, in denen sich von der Psychiatrie Betroffene miteinander über ihre Erlebnisse austauschen und versuchen einen anderen, nicht ausschließlich krankheitsdefinierten Zugang zu psychischen Krisen und psychotischen ErIebniswelten zu bekommen. Eine Verknüpfung mit niedergelassenen Nervenärzten und Psychotherapeuten, die mit Psychose-Erfahrenen arbeiten, hat bisher wenig stattgefunden - die Schaffung eines Rahmens für einen offenen Austausch miteinander stünde an.


These 4

Psychiatrie-Erfahrene, Angehörige, Professionelle und Bürgerhelfer arbeiten zunehmend zusammen, betreiben Beschwerdestellen, fördern Selbsthilfeaktivitäten, arbeiten zusammen in den PSAG's und Landesorganisationen des Dachverbandes um Patientenrechte in der Psychiatrie zu stärken. Diese Aktivitäten werden zur Zeit nicht bundesweit gebündelt und bekannt gemacht.


These 5

Die Entwicklung der neuen Neuroleptika und ihre Auswirkungen auf die gemeindepsychiatrische Versorgung sind in einem öffentlichen Diskurs noch nicht von PsychiatrieErfahrenen, Angehörigen, Professionellen und Bürgerhelfern zum Thema gemacht worden - die Arzneimittelbudgetierung und der Umgang der Ärzte damit wird ebenfalls nur in Einzelfällen thematisiert.

Adresse

Dachverband psychosozialer Hilfsvereinigungen e.V.

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