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Wer sich mit der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in den Bereichen Psychiatrie und Selbsthilfe befasst, dem bietet die Arbeitshilfe "Psychiatrie und Öffentlichkeitsarbeit" (Psychiatrie-Verlag) eine Fülle von praktischen Tipps und Hintergrundinformationen. Medienprofis aus diesem Bereich beschreiben mit einfachen Regeln und praktischen Tipps, wie man die Chancen erhöht, um von den Medien und letztlich von der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden.
Ein besonderes Schmankerl: Die "Zehn Thesen zum Verhältnis von Psychiatrie und Öffentlichkeit" von Christian Zechert. Eine These lautet: "Der tatsächliche oder vermeintliche hohe Anteil negativer Berichterstattung über psychisch kranke Menschen und psychiatrische Institutionen ist eine unmittelbare Folge unseres fahrlässigen Umgangs mit den Medien. Die Psychiatrie geht mit den Medien dilettantisch um." Oder: "Was interessiert die Öffentlichkeit tatsächlich? Wir werden feststellen, dass die Öffentlichkeit Basisinformationen zu psychiatrischen Krankheitsbildern, Therapien und Entlastungsangeboten für Angehörige viel mehr interessieren als unser zehntes Jahresfest." Es geht also um Bedeutsames. Konzeptionell ausgerichtet, orientiert auf persönliche Kontakte (Eckart Klaus Roloff), kann Öffentlichkeitsarbeit ein Image schaffen. Dabei kommt niemand an den "Grundbaustein" Pressemitteilung herum, so Beate Lisofsky, die Schritt für Schritt alles bis zum Versand erklärt. |
REZENSENT
Roland Hartig |
Die Organisation von Veranstaltungen erläutert Ute Hüper. In der praxisnahen Lektionen "Professionelle Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit gestalten" und "Fotos für die Öffentlichkeitsarbeit" bringen die Autorinnen Gabine Heinze und Birgit Görres die Inhalte in eine ansprechende Form. Neben weiteren Instrumenten der Öffentlichkeits- und Pressearbeit stellt Ludwig Janssen interessante Quellen für Basisinformationen vor. Praktisch unter dem Aspekt "Wissensspeicher". Zum Beispiel woher man erfährt, "dass Depressionen neben Angststörungen die häufigsten psychischen Erkrankungen sind". In einem weiteren Beitrag setzt sich Janssen mit der "Öffentlichkeitsarbeit im und mit dem Internet" auseinander. Darin enthalten sind auch sehr gute Tipps zur Realisierung einer Website.
Klaus Simmering berichtet von seinen Erfahrungen als Fernsehjournalist zum Thema Schizophrenie. Wie er einen Film vorbereitet und dreht, der Betroffene in einer Klinik zeigt, wir er mit ihnen ins Gespräch kommt, überzeugt menschlich wie auch journalistisch. Dazu zählt auch das Schulprojekt von Irrsinnig Menschlich e.V. Ein wichtiges Motiv steht gleich am Anfang: "Klischees, Vorurteile und Wissenslücken lassen sich am besten ausräumen, wenn sie sich noch nicht verfestigt haben. Und das ist bei Jugendlichen am ehesten der Fall." Diese Schulaktion, vorgestellt und geleitet von Manuela Richter-Werling, ist ein Projekt im Rahmen des Internationalen Programms gegen Stigmatisierung psychisch erkrankter Menschen der World Psychiatric Association. Welche Möglichkeiten und Grenzen das "Fundraising für Psychiatrieprojekte" bietet, nimmt Thomas R. Müller unter die Lupe. Dazu erklärt er: "In Anbetracht der leeren Kassen, die sich auch auf die finanzielle Situation im gemeinnützigen Sektor niederschlagen, kommt daher der Suche nach alternativen Finanzierungsquellen eine besondere Rolle zu."
Ausführliche Checklisten zu den wichtigsten Instrumenten der Pressearbeit sind in der Publikation enthalten. Die beiliegende CD bietet zusätzliche Materialien zu den Beiträgen des Buches (u.a. Informationen zu den Krankheitsbildern, Muster für Presseerklärungen, Muster-Newsletter, Fotos, Software für die Gestaltung einer eigenen Homepage).
Fazit: Wer eine solide Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Psychiatrie und Selbsthilfe leistet, regt Diskussionen an, wirkt auf die öffentliche Meinung ein, hilft Vorurteile gegen psychisch kranke Menschen abzubauen. Zur Sicherung und Unterstützung des Erfolgs ist diese Arbeitshilfe besonders für Selbsthilfegruppen, Verbände und Einrichtungen sehr hilfreich. Dieses Nachschlagewerk mit CD verdient das Prädikat "Medienarbeit verständlich gemacht". |
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