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Abstract von W. Gaebel, A. Baumann (Düsseldorf)
Das mit psychischer Erkrankung und der Psychiatrie verbundene Stigma und die häufig daraus resultierende Diskriminierung von Menschen mit psychischen Störungen bringt für die Betroffenen, ihre Angehörigen sowie für Psychiater und Pflegepersonal eine zusätzliche Belastung mit sich. Das Stigma psychischer Krankheit ist noch immer eines der Haupthindernisse für eine frühzeitige und erfolgreiche Behandlung. Das von der World Psychiatric Association im Jahre 1996 initiierte Antistigma-Programm "Open the doors" mit dem Ziel der Reduktion von Stigma und Diskriminierung von Schizophrenie betroffener Menschen wird inzwischen weltweit in z.Zt. 26 Ländern implementiert, seit Oktober 2000 in sieben Projektzentren in Deutschland.
Öffentliche Informationsprogramme und Aufklärungsmaßnahmen in ausgesuchten Zielgruppen sollen das Wissen um Ursachen, Wesen und Behandlungsmöglichkeiten schizophrener Störungen verbessern, um so Vorurteile gegenüber der Erkrankung abzubauen, soziale Beeinträchtigung auf Grund von Stigmatisierung zu vermindern und die soziale Reintegration Erkrankter und ihrer Angehörigen sowie die Verbesserung ihrer Lebensqualität zu erreichen. Die in dem Verein "Open the doors" zusammengeschlossenen Zentren Düsseldorf, Hamburg, Leipzig, Kiel, Itzehoe und zwei Zentren in München veranstalten auf der Basis von Ergebnissen aus Einstellungsbefragungen in der Bevölkerung (Gaebel et. al. 2002) und Befragungen von Patienten zum Erleben von Stigma und Diskriminierung in der Allgemeinbevölkerung und in ausgewählten Zielgruppen wie Journalisten, Schülern und Berufsgruppen in der psychiatrischen Versorgung Antistigma-Aktionen wie Kunstausstellungen, Lesungen, Filmabende, Journalisten-Workshops und Trainings. Die Effektivität der Maßnahmen wird im Rahmen begleitender Forschungsprojekte untersucht und bewertet.
Literatur: Gaebel W, Baumann A, Witte M (2002) Einstellungen der Bevölkerung gegenüber schizophren Erkrankten
in sechs bundesdeutschen Großstädten. Der Nervenarzt. (in Druck)
Symposium: "Antistigma-Programme in der Psychiatrie - Ziele, Maßnahmen,
Wirksamkeit aus unterschiedlicher Perspektive.
DGPPN-Kongress Berlin, 27. - 30. November 2002
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